Montag, 15. Dezember 2014

Letztes Update vor Weihnachten!



Hallo liebe Investoren!

Entschuldigung nochmals für das verspätete Update, aber manchmal gehen andere Dinge am Wochenende einfach vor. 

In den letzten Wochen hat sich im wikifolio einiges getan, wenn auch mit unterschiedlichen Vorzeichen. Es gab 1-2 Wochen der Underperformence als der Dax stark stieg. Das liegt oft daran, dass in solchen Phasen der schnelle Gewinn bei Bluechips und entsprechenden Derivaten gesucht wird, die bekanntlich in meinem wikifolio nicht vertreten sind, während Nebenwerte erstmal links liegen gelassen werden. Meist ziehen die Nebenwerte dann aber nach, wie es auch jetzt wieder passiert ist. Das wikifolio konnte daher dann auch Anfang der letzten Woche ein neues Hoch erklimmen, wurde dann aber einerseits vom konsolidierenden Dax als auch von der sportlichen Krise des BVB ausgebremst, wodurch meine zweitstärkste Depotposition entsprechend Kursverluste zu verzeichnen hatte. Zum Thema BVB werde ich diese Woche noch detailliertere Aussagen hier im Blog machen, um zu begründen wieso ich trotz oder gerade wegen der sportlichen Krise umfangreich investiert bleibe.

Grundsätzlich bin ich weiterhin nicht völlig zufrieden mit der Kursperformence, aber in Anbetracht der BVB Krise und den Nachteilen eines wikifolios hinsichtlich der in den Kurs eingerechneten Performence- und Zertifikatgebühr sowie der hohen Spreads bei Nebenwerten ist die Kursentwicklung dennoch ganz ansprechend. Das liegt vor allem an meinen Schwergewichten IVU Traffic und GFT Technologies, die neue Mehrjahreshoch generiert haben, und die ich auch in den kommenden Monaten zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt zähle. Kleine Werte des wikifolios entwickeln sich unterschiedlich, aber ich bin fundamental mit keinem Unternehmen unzufrieden. Manchen Werten fehlt es einfach noch an Aufmerksamkeit am Finanzmarkt. Manche Werte musste ich aufgrund der Marktenge abbauen oder ich habe einfach Gewinne mitgenommen. Ich werde aus den Erfahrungen lernen und zukünftig wohl etwas mehr auf liquidere Aktien bauen. Dazu dann mehr in meinem letzten Update des Jahres nach Weihnachten.

Aktuell machen die großen Aktienindizes eine Konsolidierungsphase durch, die nach dem starken Anstieg der letzten Wochen zu erwarten war. Die Frage war nur wann sie kommt. Dass nun ausgerechnet der stark sinkende Ölpreis dafür herhalten muss, find ich schon irgendwie bezeichnend. Der Markt sucht sich alle paar Monate einen weiteren Grund, um die Märkte nicht zu stark zu überhitzen. Dass der Ölpreis der Grund sein soll, ist für meine Begriffe nur mit historischen Vergleichen und volkswirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten zu begründen, da bisherige Krisen oft mit einem sinkenden Ölpreis einhergingen, und somit eine schlechte Konjunkturlage einen sinkenden Ölpreis aufgrund mangelnder Nachfrage zur Folge hatte. Heute ist die Situation ja umgekehrt. Der Ölpreis sinkt aufgrund des höheren Angebots und vermutlich auch politischer Interessenlagen. Dadurch wird die Konjunktur, gerade in den USA jedoch befeuert. Von einer konjunkturellen Krise kann in den Industrieländern und den wichtigen Schwellenländern wie China und Indien keine Rede sein, auch wenn die Situation in Südeuropa hinsichtlich Jugendarbeitslosigkeit weiter bedenklich ist. In diesen eher sozialen Fragen sehe ich das größte Risiko für die Märkte, die sich jedoch normalerweise erst mittelfristig äußern. Und natürlich suchen die hohen Staatsverschuldungen langfristig nach einer Lösung. Hoffen wir, die politischen Akteure sind dazu in der Lage die richtige Mischung aus Konjunkturstimulation und Reformen zu finden. Die Finanzmärkte werden jedoch weiter kurz- bis mittelfristig durch die niedrigen Zinsen, die geringen Rohstoffkosten und einem Rekord an privaten Vermögen gestützt, die zu guten Teilen noch nicht angelegt sind. Ich bleibe deshalb auch für das Jahr 2015 optimistisch, zumal zumindest in Europa die Aktienbewertungen keineswegs hoch sind. In den USA sieht das schon anders aus, allerdings durch den Konjunkturoptimismus gestützt. Dennoch muss man zeitweise immer auch mit ausgeprägten Konsolidierungen wie im Jahr 2011 oder jetzt im Herbst 2014 rechnen. Ich achte dabei sowohl auf die entsprechenden Konjunkturbarometer als auch auf charttechnische Signale in den großen Indizes. Zur Zeit sieht alles nach einer vernünftigen Konsolidierung im Dow und Dax an die 200 Tage-Linie heran aus. Da in dieser Woche mit dem FED Zinsentscheid am Mittwoch, dem IFO Geschäftsklima-Index am Donnerstag und dem Verfallstag am Freitag noch mit erhöhten Volatilität zu rechnen ist, könnte ich mir den Dax noch vor Weihnachten bei 9500-9530 Punkten vorstellen, aber genauso gut kann man jetzt schon wieder selektiv in einzelnen Aktien zukaufen. Dafür hatte ich die knapp 10% Cash in den letzten Wochen aufgebaut. Gefährlich wird es aus meiner Sicht erst wieder, sollte der Dax unter die Marke von 8900 rutschen. Bis dahin seh ich das alles als normales Korrekturniveau, das gut aufgestellten deutschen Mittelständlern kein Problem bereiten sollte.


Diverse meinen Depotwerte profitieren derzeit auch vom sinkenden Euro. Gerade bei Unternehmen wie Francotyp-Postalia oder Balda erwarte ich überproportional starke Auswirkungen auf die Gewinne im nächsten Jahr, während GFT vom starken Gewinnwachstum und der TecDax Fantasie getrieben werden dürfte. IVU ist vor allem bilanziell sehr gut aufgestellt, will im Ausland verstärkt wachsen (vielleicht auch über Zukäufe) und dürfte ab Februar/März von der erstmals gezahlten Dividende (inklusive Sonderdividende) profitieren. Mit 1-2 weiteren Depotaufnahmen am Jahresende werde ich mich dann für den Jahresauftakt 2015 positionieren, und ich hoffe dann auch wieder den Dax deutlich outperformen zu können, wie es 2014 gelungen ist. Auch dazu werde ich mich dann sozusagen als Fazit meines ersten wikifolio-Jahres im letzten Update des Jahres äußern.

Katjuscha

Ps: irgendjemand von euch hatte mir vor etwa 2 Wochen über eine E-Mail Fragen an mich gerichtet. Leider ist diese in den Spamordner meines neuen Mailaccounts geraten und ich habe sie versehentlich gelöscht. Falls derjenige die Mail noch vorrätig hat, schick sie mir doch bitte noch einmal. … auch für alle anderen Investoren und Interessenten gilt weiterhin, konkrete Nachfragen können gerne an mich über die Kommentarfunktion oder Mail gerichtet werden, auch wenn ich oft bemerke es naturgemäß nicht allen Leuten recht machen zu können. Beispielsweise bekomme ich immer wieder unterschiedliche Äußerungen zum Thema Depotabsicherung mit Derivaten. Für den einen ist das ein Muss, für den anderen geht das gar nicht. Ich hoffe da zukünftig auf euer Vertrauen zu stoßen, diese Frage angemessen ohne große Risiken zu behandeln.

Sonntag, 23. November 2014

Statement zu den bisherigen Quartalszahlen



Nachdem die meisten Unternehmen aus dem Depot ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben, kann man wohl als Fazit ziehen, dass trotz größtenteils guter Zahlen die Mehrzahl der Aktien aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr positiv darauf reagiert hat. Nur Adler Modemärkte und Technotrans reagierten sofort am Tag der Zahlen mit einem Up Gap und 3-5% Kursplus. Sprechen also die ausbleibenden oder leicht negativen Reaktionen für eine grundsätzliche Marktschwäche (der Dax sieht nicht danach aus), eine Nebenwerteschwäche, oder waren einfach die Erwartungen mancher Anleger zu hoch? An den Bewertungen kann es bei den Depotwerten nicht liegen, denn die sind im Marktvergleich und Branchenvergleich weiterhin günstig.
Wenn ich mir beispielsweise die Reaktionen beim Kurs und in Aktienforen auf die Zahlen von Francotyp Postalia anschaue, dann waren wohl die Erwartungen der Anleger zu hoch. Das dürfte daran liegen, dass der Vorstand nun endgültig die Jahresprognose kassiert hat, was mir aber schon nach den Halbjahreszahlen klar war und im Grunde auch im Halbjahres-Finanzbericht und durch Aussagen der IR in den Aktienforen vorauszusehen war. Dass die Q3 Zahlen dennoch leicht über meinen Prognosen lagen und es deutliches Gewinnwachstum gab, scheint leider aktuell dem Markt egal zu sein. Offenbar waren ein paar Trader investiert, die auf bessere Zahlen spekulierten und am Freitag nach den Zahlen verkauften. Hätte auch schlimmer für den Kurs ausgehen können, aber die knapp 100.000 verkauften Aktien wurden bei knapp 4,0 € gerne aufgesammelt. Bewertungsmäßig bleibt FP für mich sehr aussichtsreich. Auch ohne Umsatzwachstum im nächsten Jahr sollte man ein EPS von 40-42 Cents allein durch die Kostenersparnis in Birkenwerder und eine leichte Verbesserung des Zinsergebnisses erreichen. Ich geh aber von 2-4% Umsatzwachstum aus, was zu einem EPS von 48-50 Cents führen würde. Je nachdem ergibt sich ein KGV zwischen 7,5 und 9,5. Man wird aber wohl weiterhin Geduld mitbringen müssen, bis nach den Q1 Zahlen wieder klar ist welche Richtung das Unternehmen einschlägt. Mein Tipp: Die denkbaren Verkäufe enttäuschter Aktionäre nutzen, um im Bereich 3,85-3,95 FP Aktien aufzusammeln und ein Jahr liegen lassen! Denn so sehr die leichte Prognosereduzierung manchen Anleger überrascht haben mag, muss man sich doch nur die Frage stellen, welche andere deutsche Aktie ein solch niedriges KGV bei 10-20% Gewinnwachstum zu bieten hat? Zumal FP durch steigenden Anteil wiederkehrender Umsätze ganz gut abgesichert ist und der Vorstand eine erneute Dividendenausschüttung angekündigt hat. In diesem Jahr waren es 8 Cents pro Aktie. Im Frühjahr 2015 erwarte ich 10 Cents pro Aktie.

Andere Aktien wie Grammer oder GFT haben dann doch noch verspätet auf die guten Zahlen reagiert. Grammer konnte trotz der konjunkturellen Unsicherheiten und Anlaufkosten den Überschuss um 8% steigern. Auch Grammer ist mit KGV von etwa 10 für 2014 und 8-9 für 2015 bewertet. GFT Technologies konnte den Umsatz sogar um 38% und den Überschuss um 65% steigern und damit das beeindruckende Wachstum fortsetzen. Zudem stimmt auch der Ausblick auf das nächste Jahr. Dass diese Aktie mit einem immer noch günstigen KGV von 12-13 etwas höher bewertet, sollte nicht überraschen. Zusätzlich nimmt die Fantasie möglicherweise ab März in den TecDax aufzurücken, immer konkretere Formen an.
Sehr gute Zahlen konnte auch Ecotel vermelden, der vermutlich günstigste Telekomtitel hierzulande. Unter folgendem Link habe ich eine Bewertung der Zahlen vorgenommen. Ecotel Quartalszahlen

Enttäuscht haben mich bisher nur die Zahlen von RIB, so dass ich die Aktie sofort abgestoßen habe, sowie Paragon, wobei sich der Vorstand immer noch auf diverse Investitionen und Anlaufkosten beruft, die die Zahlen belasteten, und sich somit das starke Wachstum erst ab dem kommenden Jahr zeigen soll. Ich habe daraufhin (und aufgrund angeschlagenem Chart) Teilverkäufe vorgenommen, weil ich kurzfristig nicht von steigenden Kursen ausgehe. Paragon bleibt aber eine interessante Spekulation für das nächste Jahr. Spätere Aufstockung der Position daher nicht ausgeschlossen.

IVUs Zahlen kommen wohl erst kommende Woche direkt vor/mit dem Eigenkapitalforum, wobei die Zahlen natürlich immer von der starken Saisonalität bei IVU betroffen sind. Dort wird der komplette Gewinn durch das 4.Quartal erwirtschaftet. Im Vorfeld gab es jedoch bereits zwei interessante, positive Nachrichten. Zunächst vermeldete man per Pressemitteilung (warum nicht per Adhoc lieber Vorstand?) einen Großauftrag aus dem Großraum München. Und dann ging man kürzlich eine interessante Kooperation in Vietnam ein, die das Wachstum in Südostasien unterstützen soll. Informationen dazu muss man sich leider auf der IVU Homepage selbst besorgen und Details beim Vorstand erfragen. In diesem Punkt hat IVU sicher noch Potenzial. Dennoch bleibt die Aktie für mich das Schwergewicht überhaupt, da die Bewertung im Vergleich zu den Unternehmensperspektiven einfach viel zu gering ist. Der Chart zeigt einen soliden 2jährigen Aufwärtstrend, und bald dürfte auch erstmals Dividendenfantasie bei der Aktie aufkommen.
Bei Triplan und KPS wird es erst im Dezember und Januar Geschäftszahlen geben, dann aber bereits die Daten für das Geschäftsjahr 2013/14. Dazu dann hier mehr wenn es soweit ist. Technisch hat sich KPS in der letzten Woche gut erholt und generierte dann starke prozyklische Kaufsignale nach dem Bruch des Abwärtstrends und des kurzfristigen Verlaufshochs. So kann man jetzt von einem kurzfristigen Aufwärtstrend sprechen.

Fazit: Viel Licht und ein wenig Schatten bei den Geschäftszahlen der Depotwerte. Leider konnten einige der Nebenwerte vom starken Dax Anstieg der letzten Tage nicht profitieren. Die Aufmerksamkeit der Anleger fällt an solchen Tagen naturgemäß auf die BlueChips. Deshalb stellt mich die Performence des wikifolios in den letzten 2-3 Monaten nicht wirklich zufrieden, auch wenn es weiterhin den Dax klar outperformed. Ziel muss es sein, noch in diesem Jahr endlich ein neues highwater mark zu erzielen. Dafür würde ein Anstieg von etwa 1,5% ausreichen. Möglicherweise bringt das Eigenkapitalforum in Frankfurt in der kommenden Woche Impulse bei dem einen oder anderen Depotwert. Hier kann man sich den Terminplan der Präsentationen anschauen.


Falls jemand zu einem der Werte eine genauere Analyse der Zahlen möchte, sagt bitte Bescheid! Das heute sollte nur ein oberflächlicher Überblick sein. Konkrete Details gibt es von mir meist eher im ARIVA-Forum oder auf Nachfrage.

katjuscha

Donnerstag, 20. November 2014

Nächstes Update am Sonntagabend !

Hallo Investoren und sonstige interessierte Anleger!

ich werde am Sonntagabend das nächste Update vornehmen und dort auf die Berichtssaison eingehen, nachdem mehr als zwei Drittel der Depotwerte ihre Zahlen veröffentlicht haben. Im großen und ganzen sind die Quartalszahlen sehr gut ausgefallen, vor allem in Anbetracht der Verunsicherung zuvor durch die Ukrainekrise und die anschließend schlechter ausfallenden Konjunkturbarometer (ZEW, IFO etc.).

Mehr dazu dann Sonntag. Morgen kommen erstmal noch die Zahlen von Francotyp Postalia, von denen man nicht viel erwarten sollte. Habe unter folgendem Link schon etwas in aller Kürze geschrieben. FPH Erwartungen


katjuscha

Montag, 3. November 2014

Ausblick auf die Berichtssaison

Vorab … Ich wurde gefragt, ob sich die hohe Cashquote im wikifolio „spekulativ“ verringern wird. Natürlich wird sie das. Das Problem der letzten Tage war, dass ich für etwas risikoreichere Derivate-Spekulationen erst noch eine Beruhigung der Märkte abwarten wollte. Es ist nicht so meins, nach starken, kurzfristigen Anstiegen noch prozyklisch long oder antizyklisch spekulativ short zu gehen. Wenn sich das Bild im Dax etwas beruhigt hat, und sich Signale bei einzelnen Werten ergeben, wird sich die Cashquote stark verringern. Ziel ist es auch dort, natürlich um die 90% anzulegen. Sonst verfehlt ja ein Depot seinen Zweck.

Nun zur beginnenden Berichtssaison. Zwei meiner bisher größten Depotpositionen haben bereits ihre Q3 Daten veröffentlicht. Während GFT zwar am 6.November erst den Finanzbericht veröffentlicht, haben die vorläufigen Zahlen aber mal wieder sehr überzeugt. Der Vorstand erhöhte folgerichtig seine Prognosen. Ich habe daraufhin meine Position weiter erhöht und würde das bei leicht nachgebenden Kursen auch weiter tun, da GFT mit einem KGV15 von 12 für ein echtes Wachstumsunternehmen nach wie vor günstig bewertet erscheint. Zudem dürfte der Kurs in den nächsten 3-4 Monaten von der Fantasie profitieren, erstens in den Tecdax aufsteigen zu können und zweitens das Kerngeschäft durch den Verkauf des margenschwachen emagine-Segments zu stärken.

RIB Software hingegen hat mich nicht mehr überzeugt. Für mich verwunderlich haben verschiedene Analysten auf die schwachen Quartalszahlen nicht reagiert, sondern ihre Kursziele beibehalten. Aus meiner Sicht konnte RIB seine Jahresprognose nur aufgrund sehr hoher Sonderfaktoren erhöhen. Rechnet man diese Sondereffekte heraus, war auch das 3.Quartal wieder unter allen Erwartungen. Selbst wenn man aufgrund der guten Auftragslage im nächsten Jahr mit 25% Umsatzwachstum rechnet, erscheint mir die Bewertung nun nicht mehr so attraktiv wie noch vor einigen Wochen. Die Konsensschätzungen der Analysten für das kommende Jahr sind noch viel zu hoch. Das kann den Kurs in einigen Monaten belasten. Mehr könnt ihr dazu der Statistiktabelle entnehmen oder im Finanzforum ariva.de nachlesen, in denen ich meine Skepsis detailliert erläutert habe. RIB empfinde ich allerdings weiter als Wachstumsaktie. Eine Wiedereinstieg zu einem späteren Zeitpunkt ist nicht ausgeschlossen.

In den nächsten Wochen werden dann alle weiteren Unternehmen in meinem wikifolio ihre Zahlen veröffentlichen. Spannend dürften die Q3 Zahlen von Francotyp Postalia werden, da das Unternehmen im 2.Quartal leicht enttäuschte, was aber zum Großteil an Währungsverlusten lag. Da der Euro sich zuletzt aber günstig entwickelte, sollten in Q3 kaum Währungsverluste angefallen sein und ab Q4 dann sogar positive Effekte entstehen. Organisches Wachstum darf man wohl auch erst ab dem 4.Quartal erwarten, zumal Q4 und Q1 die saisonal stärksten bei FP sind. Zusätzliche Kosteneinsparungen werden dann ab Q1/15 die operative Marge erhöhen. Insofern sollte man von den Quartalszahlen in zwei Wochen nicht allzu viel erwarten und eher auf den Ausblick achten. 

Am 14.November melden gleich vier meiner Depotwerte ihre Quartalszahlen. Das sollten in dem Fall alles Unternehmen sein, die überzeugen werden. Während Softing ja bereits ein paar Details preisgab, ist vom BVB ein sehr beeindruckendes 1.Quartal des neuen Geschäftsjahres zu erwarten. Die Vorstände von Ecotel und Muehlhan haben bereits nach dem 2.Quartal durchblicken lassen, dass die Jahresprognosen wohl am oberen Rand getroffen werden könnten. Daher ist nicht mit negativen Überraschungen zu rechnen. Ähnliches gilt für Technotrans, die bereits an diesem Freitag ihre Zahlen melden. Hier gab es mehrfach Insiderkäufe, die dafür sprechen, dass die bisher bekannten Prognosen auch mindestens erreicht werden dürften. Technotrans überzeugt mich vor allem durch einen guten Mix aus Einsparpotenzialen, verändertem Geschäftsmodell, niedrigem KBV und solider Dividendenrendite. 
Mit Grammer und Leoni habe ich zwei Automobilzulieferer, also zwei typische Zykliker, gering gewichtet. Das mag überraschen, aber ich halte beide Unternehmen für global gut aufgestellt und die Kursverluste der letzten Monate für übertrieben. Sollte Grammer seinen charttechnischen Widerstand bei 30,0-30,5 überwinden oder der Kurs auf 27,0-27,5 zurückfallen, würde ich die Position wieder stark aufstocken. Nächste Woche kommen auch dort Quartalszahlen, genau wie bei Leoni, die ich durch ein gering gehebeltes KO-Call-Zertifikat im wikifolio präsentiere. Mein hoch gewichteter Toppick IVU Traffic wird wohl erst mit dem Eigenkapitalforum seine Zahlen präsentieren. Diese dürften wenig ausschlaggebend sein, da bekanntlich der gesamte Jahresgewinn erst im 4.Quartal erwirtschaftet wird. Bei IVU könnte aber der Ausblick interessant werden, vielleicht auch etwas konkretere Aussagen zur Dividendenpolitik. Ich erwarte inklusive Sonderdividende mindestens 15 Cents pro Aktie Ausschüttung. Damit ist IVU hinsichtlich Dividendenrendite als auch cash bereinigtem KGV nach wie vor einer der günstigsten deutschen Nebenwerte. Für ein Unternehmen in einem Wachstumsmarkt weiterhin eine sehr attraktive Bewertung. Die anderen Depotwerte werden erst später ihre Zahlen melden. Dazu äußere ich mich dann wenn es soweit ist.

In der Statistiktabelle sind in den einzelnen Spalten immer die fünf günstigsten Bewertungen rot markiert. Geordnet habe ich die Werte dieses Mal nach dem cashbereinigten KGV für das kommende Geschäftsjahr. 



Kleine Info am Rande ... der Gesamtmarkt hat sich perfekt so aufgelöst wie ich es im letzten Update als eine der zwei Möglichkeiten dargestellt hatte. Schon erstaunlich wie ähnlich sich die Wochenkerzen im S&P und Dow Jones gegenüber dem Bild im Februar verhalten haben. Die eindrucksvolle Wochenkerze vor zwei Wochen war ein entsprechend stark bullishes Signal. Daher habe ich auch meine Short-Scheine in den Tagen danach wieder deutlich abgebaut. Die nächsten Tage stellt sich die Frage, wie ich die 10% Cashquote investiere, die sich durch den Verkauf von RIB ergeben hat.


Grüße


Sonntag, 12. Oktober 2014

Wochenend-Update KW41

Hallo Investoren!

Ich werde am Dienstag ein umfassendes Update vornehmen, da ich für morgen mit einer Entscheidung darüber rechne, ob auch die US Märkte prozyklische Verkaufssignale generieren oder ab Dienstag wieder nach oben drehen und doch noch eine mögliche Jahresendrallye eingeleitet wird. Sollte das nicht passieren, werde ich mein wikifolio einer teilweise veränderten Strategie hin zu mehr Trading unterziehen, jedoch an meinen langfristig ausgerichteten Schwergewichten festhalten, die ich nach wie vor für zu stark unterbewertet halte, erst recht nach teilweise völlig überzogenen Kursverlusten in der letzten Woche. Allerdings geht es am Finanzmarkt nicht darum, Recht zu behalten, sondern Performence zu erzielen. Verkaufssignalen kann sich niemand verschließen und ignorieren. Noch ist jedoch nicht vollends klar wohin die Märkte in den nächsten Wochen und Monaten tendieren, auch wenn aktuell Jeder zu denken scheint es können nur abwärts gehen. In den nächsten zwei Tagen wird sich also entscheiden, in wiefern sich meine Strategie anpassen muss.
Im zweiten wikifolio bin ich noch überwiegend in Cash und werde bereits morgen anfangen, diese Cashposition stärker für Trades zu nutzen. Auch dazu mehr dann am Dienstag.

Ein erstes Sorry für die Kursverluste der letzten Woche sind dennoch sicherlich schon angebracht. Ich kann nur sagen, dass dieser Ausverkauf bei Nebenwerten schon 1-2 Tage bevor der Dax die Unterstützung bei 8900 nach unten durchbrach, mich auf dem falschen Fuss erwischte. Da gibt es nichts zu verharmlosen oder abzustreiten. Meine Depotabsicherung war schlichtweg mangelhaft. Es bringt jetzt allerdings aus meiner Sicht nichts in Panik zu verfallen. Kurzfristige Phasen der Underperformence sind das normalste der Welt und wer behauptet, diese nicht selbst durchzumachen, lügt sich in die eigene Tasche. Mein wikifolio ist seit Emmision 8% im Plus, während der Dax im selben Zeitraum 9% verloren hat. Mit einer Anpassung meiner Strategie bei Festhalten an meinen Stärken sollte sich diese mitelfristige Outperformence weiterhin verstetigen.

Ich ergänze jetzt mal an der Stelle.

Eigentlich hat der S&P aus meiner Sicht nun klare Short-Signale geliefert. Das sah allerdings Anfang Februar (das einzige Mal in den letzten drei Jahren während des Bullenmarktes) schon mal ähnlich aus, mit dem tieferen Tief. Der Index hat sich dann zum Wochenschluß noch über das alte Verlaufstief mit einem Hammer gerettet.

Das wäre für mich das einzige Szenario, das die Märkte noch für die nächsten Wochen retten würde. Wenn der S&P am Freitag über 1905 schließt, könnte das aktuell eine große Bärenfalle sein. Wenn er die Marke nicht zurückerobert, gehts wohl weiter runter.

Für mich bedeutet das, das Depot für die nächsten drei Tage möglichst neutral aufzustellen und darauf zu warten was sich bis Freitag ergibt. Gibt es keine Erholung, die die Shortsignale in S&P und Dax revidiert, werde ich das Depot stärker zum Traden ausrichten müssen und die Shortposition weiter erhöhen. Übergeordnet halte ich das Zinsumfeld weiterhin für aktienfreundlich und die rezessiven Tendenzen für regional begrenzt, was gut aufgestellte Unternehmen weiterhin Wachstumsmöglichkeiten im kommenden Jahr bereithält. Negative News meiner Depotwerte gibt es bisher weiterhin nicht.
Die letzten zwei Tage gaben mal wieder Anlass für allerlei Kuriositäten. Während beispielsweise RIB Software den größten Auftrag der Unternehmensgeschichte meldete, aber trotzdem nicht nachhaltig davon im Kurs profitierte, kam vom Automobilzulieferer Leoni eine Gewinnwarnung, die heute zu einem starken Kursanstieg führte. Typisches 'buy on bad news'. War ja auch mehr als eingepreist.

Im Dax erwarte ich erstmal eine kleinere Gegenbewegung. Auch hier sollte sich erst mit dem Wochenschluss entscheiden, ob daraus mehr werden kann oder sich die Shortsignale bestätigen.




katjuscha

Sonntag, 28. September 2014

Wochenend-Update KW39


Wikifolio „katjuscha research spekulativ“ investierbar

Vor zwei Wochen ging nun auch mein zweites wikifolio (ISIN: DE000LS9CZX0) in den Status „investierbar“ über. Noch bin ich allerdings dabei, die Positionen aufzubauen und eine grundsätzliche Strategie auszuloten. Da am Gesamtmarkt noch keine Richtungsentscheidung für die kommenden 2-3 Monate gefallen ist, wird das Pulver bisher noch weitestgehend trocken gehalten. Solange der Dax über 9350 Punkten notiert, geh ich aber grundsätzlich weiter von steigenden Kursen aus. Beim S&P500 stellt die 1950er Marke eine ähnliche Unterstützung im kurz/mittelfristigen Zeitfenster dar. In diesem wikifolio werde ich aber auch einzelne Positionen hoch (20-30%) gewichten und auch intraday handeln. In zwei Wochen werde ich dann sicherlich mehr zur Strategie und den einzelnen Trades sagen können. Bisher lief es gelinde gesagt suboptimal. Das hat aber auch den Vorteil bis zum high watermark noch voll an möglichen Kurssteigerungen ohne Performencegebühr zu partizipieren. Immer positiv denken. :)
Ich bin in diesem wikifolio übrigens bereits selbst investiert und werde den "real money" Status in Kürze erhalten.

Im wikifolio „Aktientrading“ bin ich nun zu 99% investiert, davon wurde wie angekündigt eine Shortposition von etwa 4,5% auf Dax und S&P als Depotabsicherung aufgebaut. Leider kamen in den letzten zwei Tagen die beiden Schwergewichte RIB Software und BVB unter Druck. Die Aktie von Borussia Dortmund reagiert leider immer noch auf minimalste sportliche Krisen. Ich geh weiter davon aus, dass sich das mittelfristig ändert und Kurse von 4,3-4,5 € klare Kaufkurse sind. Mehr dazu hatte ich ja schon im letzten Update geschrieben. RIB Software dürfte aus charttechnischen Gründen unter Druck gekommen sein, nachdem man unten aus den Bollingern fiel und der kurzfristige Abwärtstrend nicht gebrochen werden konnte. Ein Test der 10 € Marke ist durchaus nochmal auf der Agenda. Für mich aber kein Grund jetzt die Flinte ins Korn zu werfen, da ich ab den Q3-Zahlen in einem Monat mit stetig guten News von der Datenfront rechne. Die sehr gute Auftragslage wird sich erst mit der Veröffentlichung der Q3+Q4 Daten im Umsatz und Gewinn widerspiegeln. Auch für 2015 geht der Vorstand von starkem Wachstum aus.

Auf der anderen Seite hat zuletzt die Kursentwicklung bei Muehlhan, Ecotel, IVU und GFT überzeugt, auch an schwachen Tagen im Dax. Muehlhan hat seine Jahresgewinnprognose nun erhöht. Die Ebit Prognose wurde von 3,5-6,5 Mio € auf 5,0-7,0 Mio € heraufgesetzt, wobei der Vorstand schon durchklingen ließ, dass selbst diese Spanne wohl eher am oberen Rand getroffen wird. Bei GFT und IVU gab es keine kursrelevanten News, aber offensichtlich scheint sich die Unterbewertung und Perspektive der Unternehmen nun nach und nach rumzusprechen. Beide Aktien befinden sich weiterhin in soliden Aufwärtstrends. GFT kündigte heute an, sich im kommenden Jahr in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) umwandeln zu wollen. Man wird die Vorteile den Aktionären noch schmackhaft machen müssen. Die Hauptversammlung soll dann im Frühjahr darüber entscheiden.
Unzufrieden bin ich mit der Kursentwicklung der kleineren Depotwerte Steico, Fabasoft und Technotrans. Allerdings ist das bei Nebenwerten im Spätsommer nicht ungewöhnlich. Ein Verkauf kommt unter aktuellen Informationsstand bei diesen niedrigen Kursen nicht in Frage. Ich geh auch hier davon aus, dass die Q3 Zahlen im November bei diesen drei Werten überzeugen werden. Der ein oder andere Anleger verliert in unruhigen und nachrichtenlosen Zeiten oft die Geduld, was sich bei solchen illiquiden Werten auch mal zeitweise in sinkenden Kursen niederschlagen kann. Fundamental erwarte ich vor allem bei Technotrans deutlich steigende Gewinne, während bei Steico aufgrund der Investitionsphase Sonderfaktoren eine Rolle spielen, jedoch Kennzahlen wie EV/Ebitda weiter für eine klare Unterbewertung sprechen.

Zeitweise habe ich versucht mit einem Derivat auf Leoni in kleinem Umfang zu traden, leider nicht von Erfolg gekrönt, auch wenn ich durch einen Nachkauf fast zu Tiefskursen die Verluste in Grenzen halten konnte. Leoni bleibt bei mir auf der Watchlist, da ich trotz konjunktureller Risiken in einigen Regionen das Unternehmen für klar unterbewertet halte. Kurzfristig belasten jedoch noch die Unsicherheiten in der Branche, sowie die charttechnisch angeschlagene Situation, wobei man fast lehrbuchhaft bei 41 € (Hochs der Jahre 2011/12) das aktuelle Verlaufstief ausbildete. Weitere Trades zur Aktie werde ich jedoch wahrscheinlich auf das wikifolio „spekulativ“ beschränken. Auch andere Dax- und MDax Werte sind gerade auf meine Watchlist gekommen, die ich dann mit entsprechenden Derivaten (auch short) traden möchte. 

Insgesamt fühle ich mich im wikifolio „Aktientrading“ jetzt sehr gut aufgestellt, um von einer möglichen Jahresendrallye zu profitieren, aber im Falle fallender Kurse gut abgesichert zu sein. Während einige Werte neue Kaufsignale durch neue Hochs generierten, sind 2-3 andere Schwergewichte derzeit noch in der Korrekturphase, die aber spätestens Anfang November abgeschlossen sein sollten. Ich rechne im November bei meinem wikifolio mit Kursen von 150 € und höher, da im Normalfall mein Nebenwertedepot im November/Dezember immer seine besten Zeiten erlebt, was mit den Quartalszahlen, dem meist bestätigten Ausblick und dem Eigenkapitalforum zu tun hat. Da auch die Entwicklung des Euro/Dollar-Kurses einigen meiner Aktienwerte entgegenkommt, man aber als Nebenwert schwerlich von abgezogenen Investorengeldern aus Übersee betroffen ist, sollte auch diese Währungskomponente dem wikifolio gut tun.

Hinsichtlich des Gesamtmarktes möchte ich noch ein Interview von Ende Juli mit Robert Halvar und Dirk Müller beim DAF verlinken. Es kam unter dem Einfluss der Ukrainekrise auf deren Höhepunkt zustande, aber inhaltlich kann ich mich den beiden Herren auch heute noch vollumfänglich anschließen. Die dort gemachten Aussagen und Empfehlungen entsprechen weitestgehend auch meiner Strategie und Erwartung. Der bei anderen Gelegenheiten oftmals etwas populistisch, übertrieben argumentierende Müller kommt mit einem realistischen Optimisten (oder optimistischen Realisten) wie Halvar dann doch immer etwas runter, so dass sich so eine Runde immer gut ergänzt.

https://www.youtube.com/watch?v=hq8Pjg9ip1g

katjuscha