Sonntag, 28. September 2014

Wochenend-Update KW39


Wikifolio „katjuscha research spekulativ“ investierbar

Vor zwei Wochen ging nun auch mein zweites wikifolio (ISIN: DE000LS9CZX0) in den Status „investierbar“ über. Noch bin ich allerdings dabei, die Positionen aufzubauen und eine grundsätzliche Strategie auszuloten. Da am Gesamtmarkt noch keine Richtungsentscheidung für die kommenden 2-3 Monate gefallen ist, wird das Pulver bisher noch weitestgehend trocken gehalten. Solange der Dax über 9350 Punkten notiert, geh ich aber grundsätzlich weiter von steigenden Kursen aus. Beim S&P500 stellt die 1950er Marke eine ähnliche Unterstützung im kurz/mittelfristigen Zeitfenster dar. In diesem wikifolio werde ich aber auch einzelne Positionen hoch (20-30%) gewichten und auch intraday handeln. In zwei Wochen werde ich dann sicherlich mehr zur Strategie und den einzelnen Trades sagen können. Bisher lief es gelinde gesagt suboptimal. Das hat aber auch den Vorteil bis zum high watermark noch voll an möglichen Kurssteigerungen ohne Performencegebühr zu partizipieren. Immer positiv denken. :)
Ich bin in diesem wikifolio übrigens bereits selbst investiert und werde den "real money" Status in Kürze erhalten.

Im wikifolio „Aktientrading“ bin ich nun zu 99% investiert, davon wurde wie angekündigt eine Shortposition von etwa 4,5% auf Dax und S&P als Depotabsicherung aufgebaut. Leider kamen in den letzten zwei Tagen die beiden Schwergewichte RIB Software und BVB unter Druck. Die Aktie von Borussia Dortmund reagiert leider immer noch auf minimalste sportliche Krisen. Ich geh weiter davon aus, dass sich das mittelfristig ändert und Kurse von 4,3-4,5 € klare Kaufkurse sind. Mehr dazu hatte ich ja schon im letzten Update geschrieben. RIB Software dürfte aus charttechnischen Gründen unter Druck gekommen sein, nachdem man unten aus den Bollingern fiel und der kurzfristige Abwärtstrend nicht gebrochen werden konnte. Ein Test der 10 € Marke ist durchaus nochmal auf der Agenda. Für mich aber kein Grund jetzt die Flinte ins Korn zu werfen, da ich ab den Q3-Zahlen in einem Monat mit stetig guten News von der Datenfront rechne. Die sehr gute Auftragslage wird sich erst mit der Veröffentlichung der Q3+Q4 Daten im Umsatz und Gewinn widerspiegeln. Auch für 2015 geht der Vorstand von starkem Wachstum aus.

Auf der anderen Seite hat zuletzt die Kursentwicklung bei Muehlhan, Ecotel, IVU und GFT überzeugt, auch an schwachen Tagen im Dax. Muehlhan hat seine Jahresgewinnprognose nun erhöht. Die Ebit Prognose wurde von 3,5-6,5 Mio € auf 5,0-7,0 Mio € heraufgesetzt, wobei der Vorstand schon durchklingen ließ, dass selbst diese Spanne wohl eher am oberen Rand getroffen wird. Bei GFT und IVU gab es keine kursrelevanten News, aber offensichtlich scheint sich die Unterbewertung und Perspektive der Unternehmen nun nach und nach rumzusprechen. Beide Aktien befinden sich weiterhin in soliden Aufwärtstrends. GFT kündigte heute an, sich im kommenden Jahr in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) umwandeln zu wollen. Man wird die Vorteile den Aktionären noch schmackhaft machen müssen. Die Hauptversammlung soll dann im Frühjahr darüber entscheiden.
Unzufrieden bin ich mit der Kursentwicklung der kleineren Depotwerte Steico, Fabasoft und Technotrans. Allerdings ist das bei Nebenwerten im Spätsommer nicht ungewöhnlich. Ein Verkauf kommt unter aktuellen Informationsstand bei diesen niedrigen Kursen nicht in Frage. Ich geh auch hier davon aus, dass die Q3 Zahlen im November bei diesen drei Werten überzeugen werden. Der ein oder andere Anleger verliert in unruhigen und nachrichtenlosen Zeiten oft die Geduld, was sich bei solchen illiquiden Werten auch mal zeitweise in sinkenden Kursen niederschlagen kann. Fundamental erwarte ich vor allem bei Technotrans deutlich steigende Gewinne, während bei Steico aufgrund der Investitionsphase Sonderfaktoren eine Rolle spielen, jedoch Kennzahlen wie EV/Ebitda weiter für eine klare Unterbewertung sprechen.

Zeitweise habe ich versucht mit einem Derivat auf Leoni in kleinem Umfang zu traden, leider nicht von Erfolg gekrönt, auch wenn ich durch einen Nachkauf fast zu Tiefskursen die Verluste in Grenzen halten konnte. Leoni bleibt bei mir auf der Watchlist, da ich trotz konjunktureller Risiken in einigen Regionen das Unternehmen für klar unterbewertet halte. Kurzfristig belasten jedoch noch die Unsicherheiten in der Branche, sowie die charttechnisch angeschlagene Situation, wobei man fast lehrbuchhaft bei 41 € (Hochs der Jahre 2011/12) das aktuelle Verlaufstief ausbildete. Weitere Trades zur Aktie werde ich jedoch wahrscheinlich auf das wikifolio „spekulativ“ beschränken. Auch andere Dax- und MDax Werte sind gerade auf meine Watchlist gekommen, die ich dann mit entsprechenden Derivaten (auch short) traden möchte. 

Insgesamt fühle ich mich im wikifolio „Aktientrading“ jetzt sehr gut aufgestellt, um von einer möglichen Jahresendrallye zu profitieren, aber im Falle fallender Kurse gut abgesichert zu sein. Während einige Werte neue Kaufsignale durch neue Hochs generierten, sind 2-3 andere Schwergewichte derzeit noch in der Korrekturphase, die aber spätestens Anfang November abgeschlossen sein sollten. Ich rechne im November bei meinem wikifolio mit Kursen von 150 € und höher, da im Normalfall mein Nebenwertedepot im November/Dezember immer seine besten Zeiten erlebt, was mit den Quartalszahlen, dem meist bestätigten Ausblick und dem Eigenkapitalforum zu tun hat. Da auch die Entwicklung des Euro/Dollar-Kurses einigen meiner Aktienwerte entgegenkommt, man aber als Nebenwert schwerlich von abgezogenen Investorengeldern aus Übersee betroffen ist, sollte auch diese Währungskomponente dem wikifolio gut tun.

Hinsichtlich des Gesamtmarktes möchte ich noch ein Interview von Ende Juli mit Robert Halvar und Dirk Müller beim DAF verlinken. Es kam unter dem Einfluss der Ukrainekrise auf deren Höhepunkt zustande, aber inhaltlich kann ich mich den beiden Herren auch heute noch vollumfänglich anschließen. Die dort gemachten Aussagen und Empfehlungen entsprechen weitestgehend auch meiner Strategie und Erwartung. Der bei anderen Gelegenheiten oftmals etwas populistisch, übertrieben argumentierende Müller kommt mit einem realistischen Optimisten (oder optimistischen Realisten) wie Halvar dann doch immer etwas runter, so dass sich so eine Runde immer gut ergänzt.

https://www.youtube.com/watch?v=hq8Pjg9ip1g

katjuscha

Sonntag, 14. September 2014

Wochenend-Update KW37



Wikifolio „katjuscha research Aktientrading“ nur noch 2% vom high watermark entfernt

Die letzten zwei Wochen liefen für das wikifolio unterschiedlich. Während man in KW36 noch leicht den vorherigen Anstieg auskonsolidierte, ergab sich dann in KW37 endlich wieder eine deutliche Outperformence gegenüber dem Gesamtmarkt. Dabei wurde der Kursanstieg vor allem von den Schwergewichten IVU und GFT getragen. Bei GFT gibt es Gerüchte zu einem Verkauf des Unternehmensbereiches „emagine“, der im Jahr 2013 zwar für fast 35% des Konzernumsatzes aber nur für 6-7% des Vorsteuergewinns verantwortlich war. Möglicherweise würde ein Verkauf nicht nur die Nettoverschuldung wieder mehr als halbieren, sondern auch Kapazitäten für das Kerngeschäft freisetzen, in dem sich immer stärker abzeichnet, welch hervorragenden Perspektiven sich in den kommenden Jahren ergeben. Themenbereiche wie big data oder Mobile Banking werden im Bankensektor ein jahrelanger Wachstumsmarkt bleiben, in dem GFT auch durch die Übernahmen der italienischen Sempla und nun vor allem der britischen Rule immer konsequenter und breiter aufgestellt ist. Auch charttechnisch könnte die Aktie mit dem Überwinden des Bereichs 10,7-10,8 € kurz vor starken Kaufsignalen stehen. Am Freitag gab es mit 10,78 € bereits ein neues 13 Jahres-Hoch.



Zum BVB hab ich beim letzten Update schon einige Worte zur Kapitalerhöhung verloren. Diese ist nun endgültig umgesetzt. Evonik ist nun mit fast 15% am BVB beteiligt, Signal Iduna und Puma mit jeweils 5,0-5,5%. Insgesamt hat man nun durch die beiden Kapitalerhöhungen rund 140 Mio € eingenommen. Ich nehme an, dass bis zu einem Drittel davon für die Schuldentilgung eingesetzt wird, ein Teil sich auf die Transferausgaben für Immobile, Kagawa und Investitionen in die Fanwelt in Dortmund verteilt, aber der Großteil aufs Festgeldkonto wandert. Hauck&Aufhäuser brachte eine Kaufstudie heraus, die zu einem Kursziel von 7,0 € kommt, was für mich nachvollziehbar ist. Allein der Substanzwert aus Kaderwert, Stadionwert und Liquidität dürfte sich am Geschäftsjahresende auf 6,7 € pro Aktie belaufen. Dazu kommen die zukünftigen Erträge, die für einen Fussballverein immer besser absehbar sind, da Umsätze aus Sponsorengeldern, aus Marketpools der nationalen und internationalen Verbände und auch aus den Merchandisingeinnahmen einen sicheren Umsatzanstieg bringen werden. Selbst wenn die Personalkosten um 10% steigen würden, würde die Personalkostenquote von knapp 42% noch konstant bleiben und das Ebitda leicht steigen. Dabei muss man wissen, wie stark erfolgsbasiert die Kaderkosten beim BVB vertraglich gestaltet wurden. Egal was der BVB also kurz- bis mittelfristig sportlich macht, der Gewinn wird stabil bleiben oder steigen. Der Finanzmarkt ist merkwürdigerweise genau in diesem Punkt immer noch skeptisch. Man hört weiterhin in manchen Analystenkommentaren oder sonstigen Medien, es wäre ein Fanaktie und stark vom sportlichen Erfolg abhängig. Diese Meinungen dürften von starker Unkenntnis der Kostenstruktur und der Umsatzperspektiven gekennzeichnet sein. Ich bleibe jedenfalls weiter sehr optimistisch zur BVB Aktie, auch wenn natürlich einzelne sportliche Ergebnisse (vor allem Niederlagen in der ChampionsLeague) kurzfristige Kursverluste bringen können. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass diese kurzfristige Reaktion meist nur 1-2 Tage oder sogar nur wenige Stunden anhält. Der Finanzmarkt scheint doch langsam zu begreifen, welch interessante Story wir beim BVB vorfinden, die vor allem auf der konservativen Vereinsphilosophie von Herrn Watzke fußt, nicht mehr auszugeben als man einnimmt. Die Personalkostenquote von 42% ist (und bleibt!!!) einzigartig gering für europäische Spitzenvereine. Über die sportliche Kompetenz in der Vereinsführung in Person von Klopp und Zorc gibt es vermutlich ohnehin wenig Diskussionsbedarf. Selbst den erneuten Verletzungsschock bei Marco Reus hat der BVB weggesteckt und auch durch die Verpflichtung von Shinji Kagawa ein ganz neues Selbstbewusstsein zur Schau gestellt. Ich möchte gar nicht dran denken, welch tolles Team wir noch irgendwann bewundern dürfen, wenn dann Hummels, Gündogan, Reus, Bender und Co wieder dabei sind.

Unter den kleineren Depotwerten haben vor allem Adler Modemärkte und Paragon eine gute Performence in den letzten zwei Wochen hingelegt. Paragon profitierte dabei mal wieder von Vorstandsaussagen und Analystenkommentaren zu den mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Unternehmens, die im kommenden Jahr zu einem starken Umsatz- und überdimensionalen Gewinnanstieg führen sollen. Bei Adler Modemärkte gab es keine News, es scheint sich aber die Ansicht durchzusetzen, dass die neue Positionierung und der Wachstumskurs des Vorstands der richtige Weg ist.

In den kommenden zwei Wochen steht der Vollzug der TecDax-Aufnahme von RIB Software auf der Agenda. Das Unternehmen hat kürzlich zudem gemeldet, mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Großauftrag der Deutschen Bahn zu erhalten. Auch hier könnte in den nächsten Tagen endgültiger Vollzug gemeldet werden. Daher erhoffe ich mir nach der Konsolidierung der letzten Wochen auch bei RIB neue Kaufsignale. Ist jedoch charttechnisch noch nicht absehbar, wo die Reise hingehen wird.

Der Gesamtmarkt hat sich relativ schnell durch den Widerstandsbereich bei 9400-9600 bewegt, vor allem nach den ersten Entspannungstendenzen in der Ukrainekrise, obwohl gleichzeitig die Europäische Union weitere Sanktionsmaßnahmen gegen Russland auf den Weg brachte. Zusätzlich hat die EZB die Zinsen auf Rekordtief gesenkt, da die Inflationsraten auf nach wie vor sehr niedrigem Niveau verbleiben. Gleichzeitig haben wir fallende Ölpreise und einen fallenden Euro/Dollar. Eine Gemengelage, die für deutsche Unternehmen und deutsche Aktien eigentlich weiter positiv wirken müsste, auch wenn es Stimmen gibt, die den fallenden Euro insofern kritisch sehen, als das us-amerikanische Anleger eher Kapital aus Europa abziehen. Ich bin jedoch der Meinung, dieser Kapitalfluss raus aus Europa macht nur Sinn, wenn man mit weiter fallendem Euro rechnet, was deutschen, exportorientierten Unternehmen entgegen kommen würde. Mittelfristig wird dieser positive Effekt stärker wirken, da die Bewertungen der Unternehmen eh schon günstiger deutscher Aktien noch günstiger werden und sich der Kapitalabfluss aus Übersee mit der Zeit abschwächen dürfte. Zudem sehe ich nach wie vor auf dem Zinsniveau keine echte Alternative zu Aktieninvestments.
Ich bleibe daher bullish für die Märkte, vor allem Nebenwerte im 4.Quartal. Für die nächsten 3-4 Wochen werde ich in Kürze noch ein wenig stärker das Depot absichern, aber die Shortposition dann auch selbst eng absichern, um nicht zu sehr denkbare Aktiengewinne zu verwässern.

Am Ende möchte ich noch darauf hinweisen, dass mein zweites wikifolio „katjuscha research spekulativ“ nun auch in den Status „investierbar“ übergegangen ist. Dort werde ich mich nun zukünftig verstärkt engagieren. Beim nächsten Update in zwei Wochen dann mehr zu Strategie und Positionierung in diesem neuen wikifolio.

Mittwoch, 10. September 2014

IVU Traffic - Kursziel 3,8 €

Hallo Investoren!

Heute eine erste der angekündigten Aktienanalysen. Unter folgendem Link findet ihr die Fundamentalanalyse zu IVU. Am besten ihr öffnet oder speichert sie gleich im PDF Format. Dann lässt es sich besser ansehen.

http://www.directupload.net/file/d/3741/65pk79db_pdf.htm

Charttechnisch betrachtet ist die Aktie zudem in einer interessanten Konstellation. Gestern wurde das Verlaufshoch bei 2,82 € zeitweilig schon leicht überwunden, aber noch nicht nachhaltig. Sollte das gelingen, kann man kurzfristig mit einem erneuten Kaufsignal im MACD und Kursen oberhalb von 3 € rechnen.