Montag, 23. November 2015

Wikifolio im Uptrend nahe AlltimeHigh, jedoch derzeit mit gebremster Dynamik



Hallo liebe Investoren!

Der erste Schnee fiel heute sogar hier im Brandenburgischen. Das Jahr neigt sich also so langsam dem Ende, ein Jahr, das doch insgesamt recht erfreulich für Anleger im Allgemeinen und insbesondere für mein wikifolio „Katjuscha Research Aktientrading“ verlief. Allerdings gab es Phasen, in denen ich selbst unzufrieden mit der Performence und meinem Trading-Verhalten war. Ein bißchen Pech kommt bei der Limitierung auch hinzu. Wobei eine zeitweise Underperformence bei meinem langfristigen Investmentansatz trotz des aktiven Depotmanagements eigentlich ganz normal ist. Man kann nicht jeden Monat den Markt outperformen, wenn als Langfristinvestment gedachte Aktienwerte im wikifolio natürlich auch mal einige Monate konsolidieren.
Die Neuaufnahme AT&S ist genau solch ein Wert, den ich vorhabe länger als ein Jahr zu halten, da sich dort die Gewinnwachstumsperspektiven erst nach der aktuellen Investitionsphase im 2.Halbjahr 2016 zeigen. Zudem hat AT&S die Möglichkeit in den ATX aufzusteigen. Das wäre ein großer Prestigegewinn. Allerdings wird der Kurs an der Wiener Börse gemacht, und man sollte daher das dünne Xetra-Orderbuch nicht überbewerten, wo der Marketmaker dominiert.

In den letzten zwei Wochen veröffentlichten faktisch alle meine Depotschwergewichte ihre Quartalszahlen. Ich persönlich war überwiegend mit ihnen zufrieden, allerdings sah „der Markt“ das teilweise etwas anders, was allerdings nicht zwingend an den Zahlen als solchen, sondern eher an deren Kommunikation gelegen haben könnte. Zwei typische Beispiele waren die Q3-Zahlen von IVU Traffic und Francotyp Postalia. 

IVU hat bekanntermaßen ein stark saisonales Geschäft. Der Gewinn kommt im Grunde vollständig aus dem 4.Quartal. Entscheidend ist hier der Rohertrag, den der Vorstand bei 39 Mio € fürs laufende Geschäftsjahr bestätigt hat. Da IVU nach 9 Monaten beim Umsatz über Plan liegt, vermute ich, dass die Anleger auf den nicht proportional mitgestiegenen Rohertrag und die Auflösung aktiver Latenter Steuern negativ reagiert haben. Hier muss man bedenken, dass nicht der Umsatz die wahre Steuergröße des Unternehmens ist und daher auch die Rohmarge nach 9 Monaten nicht überbewertet werden darf, sondern Rohertrag und Ebitda sind die wesentlichen Kenngrößen. Da der Personalaufwand in Q3 nicht gestiegen ist und auch sonst die Kostenstruktur keine größeren Auffälligkeiten zeigt, gehe ich bei Beibehaltung der Rohertragsprognose davon aus, dass weiterhin mit rund 5,5 Mio € Vorsteuergewinn zu rechnen ist. Ein Fragezeichen besteht noch bei den Latenten Steuern. Dazu hab ich die IR Abteilung um eine Erklärung gebeten. Ich ergänze dann hier, sobald eine Antwort gegeben wurde. Weiterhin sehr optimistisch bin ich beim Cashflow und damit Cashbestand. Beim Blick auf die Ertragserwartungen für Q4 und die aktuelle Bilanz lässt sich leicht ein operativer Cashflow von 8-9 Mio € für Q4 realisieren. Es läuft auf rund 17 Mio € Nettocash am Jahresende hinaus, der vorbehaltlich einer Dividendenerhöhung auf rund 21 Mio € im kommenden Jahr ansteigen sollte. Bei derzeit 75 Mio € Börsenwert kein ganz unwichtiges Kaufargument. IVU befindet sich in einigen sehr großen Auftragsausschreibungen, denen man optimistisch entgegen blickt. Das sollte neben der grundsätzlichen Unterbewertung (KGV16 von 13,3) der eigentliche Trigger für das kommende Jahr werden, falls man zumindest einen dieser Großaufträge erhalten könnte. Charttechnisch hat die Aktie nach den Zahlen wie so oft bis zur 100 Tage Linie konsolidiert. Ich geh davon aus, dass der langfristige Aufwärtstrend auch die nächsten 6-12 Monate erhalten bleibt. Mein Kursziel verbleibt bei 5,5 € bis zur nächsten Hauptversammlung.

Bei Francotyp Postalia liegt der Fall ähnlich. Hier ist allerdings Q1 das saisonal stärkste Quartal. Allerdings bestimmten in diesem Jahr vor allem die Währungseffekte den Saisonverlauf. Offenbar hat auch hier der Markt auf die währungsbereinigt schlechten Gewinnausweise reagiert. Die Story bei der Aktie liegt jedoch auf ganz anderer Ebene. Da das Unternehmen in den letzten zwei Jahren stark in den US Mietmarkt (Austausch von Frankiermaschinen) investierte und dort im 1.Halbjahr seinen Marktanteil auf 6,1% ausbauen konnte, war dieses Wachstum in die wiederkehrenden Umsätze der Zukunft bisher nicht im FreeCashflow abgebildet worden. Gleichzeitig stiegen entsprechend die laufenden Abschreibungen, was das Ebit-Wachstum dämpfte. Genau das soll sich zukünftig mit Auslaufen der Dezertifizierung ändern. Daher erwartet der Vorstand nun auch wieder deutlich positive FreeCashflows und somit hoffentlich auch steigende Dividenden. Die Dividendenrendite lag zuletzt schon bei fast 4% und könnte im kommenden Jahr auf über 5% steigen. Leider konnte der Vorstand diese Story dem Finanzmarkt wohl weiterhin nicht ausreichend vermitteln, so dass es regelmäßig nach den Quartalszahlen zu Verkäufen kam. Sobald sich der Markt nicht mehr auf einzelne EPS-Quartalsdaten konzentriert, sondern auf die übergeordnete Story und die Cashflows, sollte der Kurs endlich anziehen. Nach zwei enttäuschenden Jahren würde es auch langsam Zeit werden. Viel hängt aber davon ab, wie der Vorstand die Story zukünftig vermitteln kann. Da ich aber selbst nach KGV (es liegt trotz der hohen Abschreibungen fürs laufende Jahr bei nur 12) kaum Abwärtspotenzial sehe, sollte das Chance/Risiko-Verhältnis ein Investment allemal rechtfertigen.

Klar über meinen Erwartungen lagen die Zahlen von Ecotel. Nach dem eher bescheidenen Q2 konnte man in Q3 nun endlich auch wieder im B2B Bereich wachsen, und der Vorstand klingt im BRN-Interview sehr optimistisch was dieses für die Konzernmarge wichtige Segment angeht (Großaufträge durch die Allianz, Hochtief und Curanum). Aufgrund der hohen Abschreibungsquote sollte man auch bei Ecotel auf den FreeCashflow statt des Nettogewinns schauen. Den Freecashflow darf man bei über 5 Mio € im laufenden Jahr erwarten. Auch wenn dort noch rund 1 Mio € für die Minderheiten abgehen (Easybell), so ist eine EV/FCF Multiple für das kommende Jahr von 5,5 doch ziemlich einzigartig im deutschen Nebenwertesektor. Der Finanzmarkt hat das offensichtlich mal wieder nicht im Fokus, weil man sich auch bei dieser Aktie anscheinend auf das vermeintlich hohe KGV konzentriert. Ähnlich wie bei Francotyp stellt sich auch bei Ecotel die Frage, was man mit den auflaufenden liquiden Mitteln anfangen wird. Da eigentlich kaum mit anorganischem Wachstum zu rechnen ist (es sei denn man stockt seine Beteiligung an Easybell auf), ist mit deutlich steigenden Dividenden zu rechnen. Ich halte hier schnelle 50% Kursanstieg für denkbar sobald der Markt seinen Fokus auf die Cashflows und damit voraussichtlich gute Dividendenrendite richtet.

Mit Balda habe ich eine „Sonderstory“ relativ hoch gewichtet. Hier besteht in meinen Augen die Fantasie in der Tatsache, dass lange Zeit das operative Geschäft aufgrund des Nullergebnisses aus der Bewertung ausgepreist wurde. Nun soll dieses gesamte operative Geschäft für über 70 Mio € verkauft werden. Zusammen mit dem bisherigen Cashbestand kommt Balda dann auf 4,4 € pro Aktie Nettocash. Davon möchte man in knapp zwei Wochen 1,1 € pro Aktie an die Aktionäre ausschütten und später (nach Vollzug der Übernahme und einer Kapitalherabsetzung) nochmals 0,9 € pro Aktie. Da der aktuelle Kurs derzeit bei 3,35 € steht, sehe ich bei der Aktie nach unten kein Risiko. Falls die Dividendenjäger noch auftauchen, könnte der Kurs in den nächsten zwei Wochen bis zur Hauptversammlung einen deutlichen Anstieg realisieren.

Die Zahlen von S&T und dem BVB haben meine Erwartungen getroffen. Die Stories sind hier ebenfalls absolut intakt. Beim BVB findet heute noch die Hauptversammlung statt. Ich erhoffe mir klare Aussagen von Herrn Watzke zur mehr als deutlichen Unterbewertung des Unternehmens. Aufgrund des im Frühjahr 2016 neuverhandelten TV Vertrags der Bundesliga, der Jahr für Jahr viel zusätzliches Geld in die BVB Kassen spülen wird, dürfte dadurch im kommenden Jahr ein starker Kurstrigger liegen. Dazu kommt die aktuell gute sportliche Situation als Tabellenzweiter, zumal die Konkurrenz die kommenden Spieltage teilweise gegeneinander spielt. Kommt der BVB nächste Saison wieder in die ChampionsLeague, sollte man schon 2016/17 die 300 Mio € Umsatz (ohne Transfererlöse) erzielen. Nach wie vor preist der Finanzmarkt weite Teile der Substanz des Unternehmens aus. Zudem ist der BVB mit einer Personalkostenquote unter 50% und einem EV/Ebitda von knapp 5 fürs kommende Jahr ziemlich einzigartig in der Branche positioniert und bewertet.

Grundsätzlich baue ich mein Depot gegen Jahresende weiter marginal um, um neue Werte von meiner Watchlist, die auch etwas liquider handelbar sind, ins wikifolio nehmen zu können.  Der Gesamtmarkt sieht eigentlich sehr gesund aus, da es immer genug Skepsis trotz der niedrigen Zinsen gibt. Aufgrund dieser Zinslage sollte man auch bei möglicherweise leicht steigenden Zinsen kaum Anlagealternativen zu Aktien haben. Da sich die großen Indizes zudem in einer sehr interessanten charttechnischen Lage befinden, könnte sich in der kommenden Woche eine Vorentscheidung für die kommenden 3-6 Monate ergeben.  Exemplarisch stelle ich hier mal den Chart des DAX hinein. Sollte der Dax das höhere Hoch vom letzten Donnerstag oberhalb der 200 TageLinie und des Downtrends bestätigen (wobei ein schneller Gapclose bei knapp 11.000 Punkten zuvor nicht ausgeschlossen werden kann), wäre der Weg zu einer fortgesetzten Jahresendrallye frei. Noch habe ich aber zur Absicherung den DAX Short im Depot belassen und sogar am Freitag leicht aufgestockt. Würden die Long Signale entstehen, würde ich ihn zur Hälfte wieder abbauen. Ähnlich sieht es beim S&P500 Short aus, wo der Index noch in diesem Jahr neue AlltimeHighs realisieren könnte. Bis dahin sollten aber die Aktienpositionen die gering gewichteten Short-Derivate ohnehin stark überwiegen. Noch steht es jedenfalls auf Messers Schneide, wohin insbesondere der Dax tendieren wird. Ich handle dann strikt prozyklisch, je nach klarem Signal.




katjuscha

Mittwoch, 30. September 2015

wake me up, when september ends



Okay Leute, der Greenday-Klassiker hat mich dran erinnert, doch mal wieder etwas in meinen Blog kritzeln zu müssen.

Zunächst mal möchte ich mich bei den verbliebenen und den neu dazu gewonnenen Investoren für das Vertrauen bedanken. Ich denke, insbesondere im 3.Quartal konnte ich dieses Vertrauen auch bestätigen. Nun zeigt sich der Vorteil meines langfristigen Investmentansatzes. Während leider auch viele ehemalige Investoren des Wikifolios immer bei den kurzfristigen Dellen ausgestiegen sind statt gerade dann zu kaufen, konnten die jetzt noch investierten Anleger eine deutliche Outperformence zu den Aktienindizes und den allermeisten anderen Wikifolios erzielen. 



Zu einem großen Teil hat der Kursanstieg bei Hypoport zu dieser Outperformence beigetragen. Hypoport brachte mehrfach gute Nachrichten hinsichtlich starkem Gewinnanstieg bei weiterhin guten mittelfristigen Wachstumsperspektiven, und man ist mit einem KGV von etwa 17-20 im Verhältnis zu anderen Fintec-Aktien geradezu spottbillig, auch wenn man wohl nur den wachstumsstarken Europace-Bereich als Fintec-Unternehmen bezeichnen kann. Allein Europace sollte aber schon mehr wert sein als die aktuelle MarketCap.
Aber auch meine anderen Schwergewichte BVB, Balda, S&T und IVU konnten sich im 3.Quartal gegen den Markt behaupten. Alle vier Aktien werde ich auch weiterhin hochgewichtet im Depot behalten, da sie aus meiner Sicht im Marktvergleich stark unterbewertet sind. Beim BVB insbesondere aufgrund Marktstellung und Substanzwert. Bei S&T und IVU aufgrund klassischer Kennzahlen, die sowohl mit als auch ohne Berücksichtigung der Cashposition niedrige Gewinnmultiplen von um die 10 fürs kommende Geschäftsjahr ausweisen, untermauert durch steigende Auftragsbestände. Bei Balda liegt eine Sondersituation durch den sehr hohen Bestand an liquiden Mitteln vor, der sich durch den Verkauf des operativen Geschäfts nun auf 4,3 € pro Aktie bei einem Aktienkurs von 3,15 € belaufen wird. 1,10 € pro Aktie sollen nun im November an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Dennoch sichere ich natürlich mein Depot in unsicheren Zeiten am Gesamtmarkt immer mal wieder ab. Die Shorts auf Dax und S&P haben mir unterm Strich zwar keine Gewinne gebracht, aber darum geht es bei der Depotabsicherung ja auch nicht zwingend. Des Weiteren hab ich die Cashquote wie vor einigen Wochen angekündigt auf 15-20% erhöht bzw. die Aktienquote auf 80% reduziert. Bevor die weitere Richtung der Märkte nicht klarer ist, wird sich daran auch nichts Großartiges ändern. Im Vordergrund steht derzeit Kapitalerhalt unter Berücksichtigung der Chancen, die sich durch die kommenden Quartalszahlen der Depotwerte ergeben können. 

Mit AT&S habe ich einen neuen Depotwert aufgenommen, jedoch vorläufig gering gewichtet. Mit den nächsten Quartalszahlen und der Richtung des Gesamtmarktes sollte dann klarer werden, ob ich aufstocke oder nicht. Dann werde ich zu der Aktie auch mehr schreiben als zum aktuellen Zeitpunkt.

In den zwei folgenden Charts (seit Emmision des Wikifolios und im 3 MonatsVergleich) vergleiche ich die Performence mit dem Dax und dem SDax sowie mit den größten Wikifolios. 

Das 3.Quartal
Katjuscha Research + 12,6%
Boerse Online -2,1%
Euro am Sonntag -8,1%
Umbrella -18,6%
Dividende und Eigenkapital -1,8%
DAX -11,7%
SDAX -3,1%



Auch seit Start des Wikifolios können sich meine +49,6% in diesem Vergleich sehen lassen.




Sonntag, 19. Juli 2015

Charttechnische Situation meiner Schwergewichte



Hallo liebe Investoren!

Einige meiner Schwergewichte im wikifolio sehen charttechnisch derzeit besonders interessant aus. Deshalb möchte ich auf die Konstellationen entsprechend aufmerksam machen.
Gerade meine beiden größten Depotwerte (BVB und IVU) stehen an charttechnisch markanten Marken. Werden diese signifikant geknackt, sollte sich dadurch starkes mittelfristiges Kurspotenzial ergeben.

Hinweis: Mit einem Klick auf die Bild-Dateien lassen sie sich auf Orginalgröße vergrößern.



BVB

10 Tage vor dem Saisonstart des BVB ist die Aktie dabei, den mittelfristigen Abwärtstrend zu brechen. Der Schlusskurs am Freitag lag bereits leicht oberhalb des Kreuzwiderstands von 3,67-3,73 €. Sollte man sich die nächsten Tage oberhalb dieses Bereichs etablieren, wäre man wohl endgültig aus dem ohnehin fundamental unberechtigten Abwärtstrend ausgebrochen und würde bereits kurzfristig Potenzial bis 4,2 € und später bis rund 5,0 € generieren. Unterstützt wird das Kaufsignal von bullisher Indikatoren, insbesondere beim MACD.



IVU

Auch hier liegt ein frisches Kaufsignale vor, allerdings im weekly, also eher in mittelfristiger Hinsicht. Zudem schickt sich der Kurs an, das Mehrjahreshoch bei 4,05 € zu überwinden. Auf Schlusskursbasis liegt bereits ein neues Hoch vor. Es spricht vieles dafür, sich in den nächsten Tagen und Wochen endgültig oberhalb von 4 € zu etablieren. Diese gute technische Lage mit dem weiterhin intakten, langfristigen Aufwärtstrend wird vor allem durch die gute Auftragslage unterstützt, die sich durch mehrere, kürzlich veröffentlichte Großaufträge manifestiert. Fundamental ist man ohnehin einer der interessantesten Wachstumswerte in Deutschland, wie ich hier schon mehrfach ausführte.



S&T

Hier wurde vor zwei Wochen der mittelfristige Aufwärtstrend bestätigt als man an der 100 TageLinie nach oben drehte. Auch hier führte die fällige Kursbewegung nun zu Kaufsignalen im MACD. In zwei Wochen kann man hier vorläufige Halbjahreszahlen erwarten. Dort ist aufgrund der Vorleistungen im neuen Wachstumssegment SmartGrid zwar noch mit keinem großen Gewinnanstieg zu rechnen, aber der Vorstand dürfte die kurz- bis mittelfristigen Wachstumsaussichten wieder bestätigen, die auf ein KGV von 10 fürs kommende Geschäftsjahr hinauslaufen. Für ein Unternehmen mit deutlich zweistelligem Wachstum liegt diese Bewertung weit unter dem aktuellen Marktniveau. Vergleichbare IT-Werte wie Bechtle oder Cancom werden zwischen 70% und 100% höher bewertet. Da deren Wachstum derzeit eher abflacht, während es sich bei S&T nun beschleunigt, ist dieser Bewertungsunterschied kaum nachzuvollziehen und wird sich normalerweise auflösen sobald die breite Masse das Wachstumspotenzial und vor allem die Effekte auf die Gewinnmargen erkennt. Hier sollte schon auf relativ kurze Sicht von 6-9 Monaten ein Kursanstieg von 40-50% auf 6,3-6,6 € realistisch sein.


katjuscha

Freitag, 26. Juni 2015

Strategiefestlegung beider wikifolios + „katjuscha-research Hauptversammlung“



Hallo liebe Investoren!

Nach meinen Erfahrungen der letzten 12-15 Monate in beiden investierbaren wikifolios habe ich mich nun aufgrund verschiedener Umstände, die mit den Finanzmärkten im allgemeinen und den Tradingvoraussetzungen bei wikifolio.com im Besonderen zu tun haben, entschlossen meine überarbeitete Strategie vorstellen.

Im wikifolio „spekulativ“ werde ich zukünftig 50% des Depotvolumens in viele kleine Nebenwerte investieren, die im großen wikifolio so nicht sinnvoll handelbar wären. Diese Nebenwerte (vielleicht 11-13 an der Zahl) werden jeweils zwischen 3 und 6 Prozent gewichtet und als echte Investition mit längerem Investmentzeitraum gekauft. Dabei sollen sich die Werte möglichst sehr gering mit denen im großen „Aktientrading“-wikifolio überschneiden. Der Aufbau dieses „Grundstocks“ wird in den nächsten 2-3 Sommermonaten erfolgen. Mit 20-30% des Depotvolumens werde ich ausgewählte Aktien mit reinem Trading-Hintergrund handeln. Das kann auch sehr kurze Intraday-Zeiträume beinhalten. Und die restlichen 20-30% halte ich entweder Cash oder trade auf Indizes, Währungen etc. aus rein charttechnischen Gesichtspunkten heraus. Bisher habe ich dieses Trading nur ansatzweise und mit Derivaten eher aus Depotabsicherungsgründen vollzogen, was zu entsprechenden Tradingverlusten führte, weil man dabei die üblichen Trading-Regeln nicht so konsequent beachtet wie man es müsste. In Zukunft werde ich konsequent Trades vollziehen und dabei Verluste eng durch StopLoss begrenzen und die Tradingidee als solche (also die Gewinne) laufen lassen. Durch den stärkeren Tradingaspekt wird es natürlich ab sofort größere Schwankungen des spekulativen wikifolios geben, aber durch die strikte Befolgung der Börsenweisheit „Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen“ soll über die Monate hinweg ein stetig steigender wikifolio-Kurs erreicht werden. Vereinfacht gesagt, es können auch 65% der Trades mit 5-10% ins Minus laufen, wenn 35% der Trades einen Gewinn von 25-30% machen. Die Trading-Ideen werden zwar fundamental unterfüttert sein, sich aber letztlich ausschließlich an klassischen Trading-Regeln ausrichten. 

Im wikifolio „Aktientrading“ werde ich mich zukünftig auf 6-8 größere Positionen konzentrieren, die sich im aktuellen wikifolio ja bereits abzeichnen. Gewichtung jeweils um die 10%, wobei ich innerhalb der einzelnen Positionen auch kleinere Trades vornehmen werde, um Schwankungen im Chartverlauf optimiert auszunutzen, so dass eine einzelne Position auch mal auf 6-7% fallen und danach wieder auf 11-12% ansteigen kann. Dazu kommen vielleicht 1-2 Positionen, die ich aufgrund der geringen Handelbarkeit der Aktie aber meiner eigentlich bullishen, fundamentalen Einschätzung nur mit 4-5% gewichte. Dazu gehört beispielsweise eine Ecotel, die sich ja schon länger in meinem Depot befindet, aber bei der ich es nicht verantworten kann, sie zu hoch zu gewichten, auch wenn ich es gern würde. Auch in diesem wikifolio werden die restlichen 20% für Cash oder Trades genutzt, wobei der sehr kurzfristige Tradingaspekt nicht so im Vordergrund stehen wird wie im spekulativen wikifolio.

Eine allzu große Veränderung wird also im wikifolio „Aktientrading“ nicht geschehen, wobei dort eine stärkere Konzentration auf weniger aber höher gewichtete Aktien vorgenommen wird, die aus meiner Sicht auch gegen einen sinkenden Gesamtmarkt bestehen können. Kleinere Absicherungsmaßnahmen wird es hierbei aber immer wieder geben, zudem natürlich der Blick auf größere Veränderungen im Gesamtmarkt, die ein schnelles Eingreifen erfordern könnten. Aktuell sehe ich die Märkte aber noch in guter Verfassung. Der Dax hat seinen Anstieg, der zu Jahresbeginn vor allem währungsgetrieben war, ganz gut auskonsolidiert, und die US Börsen konsolidieren seit Monaten seitwärts nahe ihrer Mehrjahreshochs. Gerade in den USA muss man aber wohl die technische Verfassung der Märkte stark im Blick haben, zumal die USA rein regeltechnisch aktuell bereits in einer Rezession stecken könnte, wenn man zwei Quartale in Folge mit 0,2% BIP-Rückgang schon als solche definieren möchte, was ich als Kritiker des reinen Wachstumsdogmas nicht ganz so kritisch sehe. Dennoch geht es ja an der Börse nicht darum, seine Meinung als maßgeblich zu betrachten, sondern zu erkennen wie der Markt zukünftig denken und agieren wird.
Die größere strategische Veränderung findet also vor allem im wikifolio „spekulativ“ statt, um dort vor allem unter dem Tradingaspekt schnellere Fortschritte nach klaren Trading-Regeln zu machen, und gleichzeitig möglichst viele interessante SmallCaps als Grundinvestition mittel- langfristig laufen zu lassen, ohne stark auf Chartschwankungen achten zu müssen. Die hohe Anzahl der fundamental günstig bewerteten SmallCaps soll dafür sorgen, dass einzelne Fehlschläge dabei nicht so ins Gewicht fallen. In der aktuellen Phase der Konjunktur und der Finanzmärkte erscheint mir zudem die Wahrscheinlichkeit einer Übernahmewelle höher, wie wir es bei ehemaligen Depotwerten wie Orad HiTech oder Data Modul bereits am Jahresanfang gesehen haben. Ich werde daher bei der Auswahl der SmallCaps auch diese Übernahmefantasie berücksichtigen. Ist aber natürlich nur ein kleiner Aspekt meiner Auswahl. Der Schwerpunkt wird bei mir wie immer darauf liegen, günstig bewertete Aktien von Unternehmen mit operativer Perspektive und möglichst geringen Bilanzrisiken zu finden und mit sinnvollem Timing ins Depot zu nehmen. Das trifft auf beide wikifolios zu.

Eine vielleicht interessante Idee im Frühstadium wurde kürzlich an mich herangetragen. Ab dem Jahr 2016 halte ich es für denkbar, ein Treffen in Berlin oder Potsdam für Investoren meiner wikifolios mit mir als Gastgeber abzuhalten, wo wir vielleicht in kleinerem, angenehmen Rahmen über meine Strategie und andere Themen reden und diskutieren können. Aber wie gesagt, bisher ist es nur eine Idee, die ich allerdings ganz sympathisch finden würde. Vermutlich würde ich die Teilnehmerzahl aber auf 15-20 begrenzen, und zudem werde ich Details dazu wohl eher nicht öffentlich preisgeben, so dass die engere Vorbereitung dann über E-Mail-Kontakte stattfinden dürfte. Aber das ist Zukunftsmusik. Wenn euch die Idee gefällt, könnt ihr euch ja vielleicht in den nächsten Monaten schon dazu äußern.

Grüße