Donnerstag, 1. Dezember 2016

Strategische Abgrenzung der beiden Wikifolios „katjuscha research Aktientrading“ gegenüber „katjuscha research spekulativ“



Hallo Investoren und sonstige Interessierte!

Nachdem ich häufiger Nachfragen bekommen habe, inwiefern sich mein zweites wikifolio „katjuscha research spekulativ“ vom anderen wikifolio unterscheidet, habe ich mich entschlossen nun eine neue strategische Ausrichtung meiner beiden Wikifolios zu veröffentlichen.

Ich werde jetzt noch den Dezember nutzen, um beide wikifolios so aufzustellen, damit sie den unten erörterten, unterschiedlichen Strategien entsprechen bzw. ab Januar vor allem im wikifolio „spekulativ“ mit aggressiverem Trading beginnen zu können. Also wundert Euch im Dezember nicht über möglicherweise Verkäufe einzelner Aktien in einem der wikifolios, die ich im anderen wikifolio trotzdem weiter halte. Das hat dann keine fundamentalen Gründe, sondern ist der Neustrukturierung der wikifolios geschuldet, vor allem dem wikifolio „katjuscha research spekulativ“ bzw. der Abgrenzung zwischen beiden wikifolios.

    



Katjuscha research Aktientrading – Konzept/Strategie

Grundsätzliche Ausrichtung auf liquide, größere SmallCaps und MidCaps (vornehmlich aus Deutschland), die als längerfristige Investition gedacht sind. Darunter verstehe ich  Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 50 Mio € und 2 Mrd €. Einzelfälle, wie die relativ marktenge Ecotel (MarketCap 30 Mio €) kann es geben, wenn sie als wirkliches Langfristinvestment gedacht sind und zu unterbewertet, um sie nun nur um der Strategie Willen zu verkaufen. Ecotel dürfte aber ein Ausnahmefall bleiben. In Zukunft gehen solche Werte bei Neuaufnahme in das spekulative wikifolio ein, siehe dortige Strategie!

Einzelne Werte werden nur in Ausnahmefällen und zeitlich stark begrenzt mit mehr als 11-12% gewichtet. Eine gute Diversifizierung ist das A und O, denn ich bin nicht so egozentrisch veranlagt, zu denken keinerlei Fehler bei der Analyse eines Einzelwertes machen zu können und jeden Betrug durch Vorstände oder veränderte Konkurrenzsituationen frühzeitig auf dem Schirm haben zu können. Eine einzelne Aktie mit 30% Gewichtung oder ähnlichem wird es bei mir daher nicht geben. Andererseits sollte man auch nicht zu stark diversifizieren, da so eine starke Outperformance zum Markt kaum noch machbar ist. Das heißt, mehr als 20 Werte wird es in diesem wikifolio auch nicht geben.

Den maximalen Verlust zu begrenzen und damit Investoren des wikifolios einen möglichst sorgenfreien, langfristigen Vermögensaufbau zu ermöglichen, soll oberste Priorität haben. Dafür verzichte ich auf sehr spekulative Werte, die eine bessere Performance des wikifolios ermöglichen aber das Risiko deutlich erhöhen würden.

In geringen Umfängen wird es auch immer mal wieder Absicherungsmaßnahmen mit Hilfe von Short-Derivaten auf Aktienindizes geben, um auch in schwachen Märkten mindestens den Sturz abzudämpfen und dann in der Folge wieder genug Spielraum und Kapital für den Bullenmarkt haben zu können.

Ziel ist es,  über mehrere Jahre betrachtet eine klare Outperformance gegenüber den  wichtigsten deutschen Indizes zu erreichen. Eine konkrete Ziel-Rendite habe ich mir zwar nicht gesetzt, aber nach 27,7% Rendite p.a. in den letzten drei Jahren (allerdings in einem Bullenmarkt) sollte mein Ziel schon sein, 12-15% Rendite p.a. im Schnitt der nächsten 5-10 Jahre zu erreichen. Dabei rechne ich allerdings bereits in 1-2 dieser Jahre mit einer deutlichen Baisse am Aktienmarkt. Rechnerisch sollte man also mit einem Investment in mein wikifolio innerhalb von 6 Jahren sein Kapital verdoppeln können.


     




Katjuscha research spekulativ - Konzept/Strategie

Ich strebe hier eine zweigeteilte Strategie an. 

Etwa 30-40% des wikifolios werden zukünftig durch SmallCaps repräsentiert, die im anderen wikifolio keinen Platz finden, weil sie dafür zu illiquide sind. Diese sollen ebenso langfristig gehalten werden, es sei denn der Kursverlauf ist unter kurzfristigem Aspekt so stark positiv, dass das Kursziel frühzeitig erreicht wird.

Die anderen 60-70% des wikifolios werden sich in Kurzfrist-Trades in verschiedenen Anlageklassen und Aktiengrößen unterteilen. Das bedeutet konkret, dass ich sowohl Smallcaps als auch MidCaps und Bluechips von Intraday bis zu wenigen Wochen hinweg trade. Dabei werden kurzfristige Ausverkaufskurse antizyklisch genauso genutzt (vor allem bei Intradaytrades) wie prozyklische Kaufsignale mit Hilfe der Chartanalyse. Bei Bluechips oder Indizes nutze ich zudem noch Hebeleffekte durch entsprechende Derivate. Die Long-Trades zu Einzelwerten werde ich hauptsächlich natürlich bei Aktien vornehmen, die ich auch fundamental für kaufenswert halte, frei nach Kostolanys sinngemäßes Motto ... kaufe nie eine Aktie kurzfristig, die du nicht auch bereit bist langfristig zu halten ... somit erhoffe ich mir eine gewisse Sicherheit bei kurzfristigen Trades.

Aufgrund des größeren Fokus auf kurzfristiges Trading kann es zeitweise auch zu einer hohen Cashquote von bis zu 70% kommen, die aber im Normalfall dann schnell wieder sinken wird, da das Geld der Investoren natürlich arbeiten und nicht brachliegen sollte. 

Die Volalität kann durch den spekulativeren Charakter deutlich höher sein als im längerfristig ausgerichteten wikifolio, aber ich werde natürlich besonders bei Trades mit Derivaten zukünftig viel stärker als bisher auf Verlustbegrenzungen achten und ein offensives Depotmanagement betreiben, so dass der maximale Verlust auch hier trotz des spekulativen Charakters möglichst nie über 20% hinauskommt.

Eine Zielrendite habe ich mir hier noch nicht gesetzt, weil ich im 1.Quartal 2017 erstmal sehen möchte, wie sich die neue Strategie umsetzen lässt und mit welchem Erfolg. Sollte das kurzfristige Trading so funktionieren wie ich mir das vorstelle, dürfte die Rendite höher ausfallen als im konservativeren wikifolio, aber unter größerer Schwankungsbreite.

           

  

   Bei Fragen zum neuen Konzept (zumindest in einem der wikifolios) und meinen Umstellungen im Dezember kann ich wie immer hier in der Kommentarfunktion befragt werden. Ich versuche zeitnah zu antworten.

      Grüße, katjuscha


ps:  Bilder bei Bedarf zum vergrößern anklicken!

Donnerstag, 17. November 2016

Erstmals beide Wikifolios gleichzeitig unter Top 10 der Wikifolio Rangliste

Erstmals sind meine beiden Wikifolios gleichzeitig unter den Top10 der wikifolio Rangliste, da mein spekulatives Wikifolio (ISIN: DE000LS9CZX0) nun auf Platz 10 vorgedrungen ist und das "große Wikifolio" (ISIN: DE000LS9BTJ4) Platz 4 belegt. Und das bei insgesamt 15326 Wikifolios.

Das dürfte vor allem daran liegen, dass ich einen verhältnismäßig geringen "maximalen Verlust" als auch einen stetig steigenden Kurs ausweise, ohne zu große Schwankungen. Es gibt viele andere wikifolios, die besser performen und auch viele, die einen geringeren maximalen Verlust ausweisen, aber im Mix dieser Komponenten sind meine beiden Wikifolios eben ganz vorne mit dabei. Ich würde es als ein sehr gutes Chance/Risiko-Verhältnis und seriöses Traden innerhalb meiner wikifolios interpretieren.

Da werd ich mir heute doch gleich mal zur Feier des Tages ein Bierchen genehmigen. :)

Montag, 3. Oktober 2016

3 jähriges Jubiläum des wikifolios „katjuscha research Aktientrading“



Hallo Investoren!

Ich nehme das Jubiläum zum Anlass um einen Rückblick auf die letzten drei Jahre als auch eine Prognose zumindest für den nächsten Monate zu tätigen.

Als ich mich vor drei Jahre entschied mein erstes wikifolio zu eröffnen, hatte ich weder mit dem hohen Arbeitsaufwand noch mit diesem Erfolg gerechnet, vor allem was die Bereitschaft der Investoren betraf in das wikifolio zu investieren. Entsprechend vorsichtig sah bei Start auch die Produktbeschreibung aus, wo ich von 5-8 Einzelwerten sprach und eher wage die Anlagestrategie beschrieben habe. Durch den damals dann sehr schnell wachsenden AUM wurde mir auch schnell klar, dass ich mit Fokus nur auf deutsche Small Caps und nur 6-7 Aktienwerten keine sinnvolle Strategie verfolgen kann, was mir vor allem bewusst wurde als meine damals sehr hoch gewichtete (aber auch sehr illiquide) Ecotel bei schwachem Gesamtmarkt und Gewinnmitnahmen meiner Investoren schon durch mein wikifolio im Kurs belastet wurde.

Mittwoch, 3. August 2016

Nach den Zahlen von S&T

Hallo Investoren!

Ich habe heute einen Kurzkommentar zu S&T im Kommentarbereich des Wikifolios abgegeben. Zukünftig werde ich es auch so halten, dass ich News zu Einzelwerten dort kommentiere und hier im Blog nur jedes Quartal (am sinnvollsten nachdem die meisten Nebenwerte ihre Zahlen brachten) einen umfassenden Eintrag tätige. Man kann also hier Ende August bzw. Anfang September erst wieder mit einem umfassenden Update rechnen, es sei denn es fällt vorher etwas sehr außergewöhnliches am Gesamtmarkt vor, zu dem ich mich äußern muss.

Bis dahin hoffe ich, ihr bleibt mir gewogen. Die Performence in beiden meiner wikifolios ist für mich in Ordnung aber wie so oft noch nicht ganz zufriedenstellend. Dennoch denke ich, dass ich ähnlich wie im letzten Jahr ab August den Markt noch deutlicher outperformen kann, da ab jetzt halt wieder die Berichtssaison beginnt und zudem bei S&T aktuell noch der TecDax-Sonderfall eine kleine Rallye erlaubt. Ich hoffe Anfang September dann auch ein neues Allzeithoch im großen wikifolio erreicht zu haben. Bin da mit Blick auf die kommenden Termine ganz optimistisch. Im kleinen wikifolio geht es ja eher langsam aber dafür stetig schon weiter aufwärts. Werd natürlich auch da versuchen, etwas mehr Pepp in die Sache zu bringen sobald die Richtung am Gesamtmarkt klarer wird, wo man ja derzeit noch grob zwischen 9400 und 10500 gefangen ist. Das kann naürlich noch bis Oktober so bleiben, so dass sich meine grundsätzliche Gewichtung auch hinsichtlich Cash-Position erstmal nicht allzu groß verändern dürfte.




Also schaut demnächst mal öfter in die wikifolio Kommentarfunktion, da ich versuchen werde, einzelne News der Aktienwert dort kurz zu kommentieren.

Gruß, katjuscha

Mittwoch, 4. Mai 2016

Update 4.Mai 2016 - aktuelle Depotausrichtung



Hallo Investoren!

Ich hab die technischen Probleme der letzten Woche dafür genutzt, das Update nochmal in den letzten zwei Tagen zu überarbeiten, da sich der Dax ja auch etwas stärker in den Korrekturmodus begab und sich meine beiden wikifolios glücklicherweise (oder sagen wir lieber erwartungsgemäß) dem Druck des Gesamtmarktes entziehen konnten. Nachdem ich die Wochen davor eher etwas unzufrieden mit der Performence war, führten die letzten zwei Wochen dazu, dass beide wikifolios den Dax doch wieder abhängen konnten. Insbesondere das spekulative wikifolio sieht gut aus und kann auch heute wieder ein neues Hoch erreichen.

hier die Jahres-Performence beider wikifolios im Vergleich zum Dax und dem boerse-online-wikifolio





Ich möchte nun darauf eingehen, wieso ich aktuell so eine große Cashposition in beiden wikifoios aufgebaut habe und mich zudem auf 4-5 Schwergewichte in meinem größeren wikifolio konzentriere.

Samstag, 2. April 2016

Spendenaktion für DESWOS - Wohnen ist ein Menschenrecht

Hallo Investoren!

Ich möchte euch heute eine Spendenaktion der Hypoport-Aktionäre vorstellen, die im Forum von Ariva.de initiiert wurde. Sie richtete sich zwar an Hypoport-Aktionäre, die mit der Aktie im Jahr 2015 ja sehr gute Gewinne einfahren konnten, aber ich denke, diese Spendenaktion ist für alle Anleger interessant.

" Macht mit! – Mit unserer Spende fördern wir die Ausbildung von Straßenmädchen aus verarmten Familien. Geben wir jungen Menschen eine Perspektive!" Angela F.

 Direkter Link zur Spendenaktion der Hypoport-Aktionäre

Es ist euch natürlich selbst überlassen, ob ihr euch an der Hypoport-Aktion beteiligt oder direkt für DESWOS spendet. Ich finde es allerdings ganz reizvoll, wenn Privatanleger zeigen, dass Ihnen gerade auch in Zeiten der aktuellen Flüchtlingsproblematik die Wohnsituation von Menschen in Entwicklungsländern am Herzen liegt. Das Unternehmen Hypoport unterstützt DESWOS aufgrund der besonderen Affinität zum Wohnen schon seit Längerem. Nun wollen auch die vom Erfolg des Unternehmens profitierenden Aktionäre zeigen, dass die Unterstützung der Infrastruktur in Entwicklungsländern Grundvoraussetzung für eine prosperierende Wirtschaft und Gesellschaft ist.

Direkter Link zum Spendenformular

Wer genauer wissen will, wer DESWOS ist, wie sie helfen und wie konkret die Spenden ankommen, kann sich auf der Homepage der DESWOS ja durchklicken. Aus meiner Sicht ist alles sehr transparent und seriös. Grundsätzlich hilft man Familien aus untersten Einkommensschichten, damit sie Zugang zum Schulunterricht, zum Internet oder zu einer gesunden Trinkwasserversorgung bekommen. Wichtig finde ich persönlich dabei den Selbsthilfeansatz, so dass man durch den eigenständigen Hausbau erstens eine Identifikation mit dem Projekt bekommt, und zweitens die Spende das KnowHow der Menschen vor Ort und somit die langfristige Entwicklung stärkt, während Spenden sonst oft eher die Eigeninitiative verhindern.

Also schaut Euch in Ruhe auf der Homepage von DESWOS um und entscheidet dann! Es wäre schön, wenn wir als Hypoport-Gruppe dort auf einen dicken sechsstelligen Euro-Betrag kommen könnten.


Grüße

katjuscha

Sonntag, 14. Februar 2016

Das 2 jährige Jubiläum des Wikifolios "katjuscha research Aktientrading"



Hallo Investoren!



Zunächst möchte ich mich für euer Vertrauen in den letzten zwei Jahren bedanken, insbesondere denjenigen Investoren, die schon nahezu von Anfang an dabei sind, denn diese langfristige Einstellung entspricht auch meinem Anlagecharakter, den ich auch weiterhin fortführen möchte.


Ich hoffe natürlich nach den Kurseinbrüchen der letzten 6 Wochen, dann ab März mit der einsetzenden Berichtsaison für Nebenwerte auch kurzfristig wieder in den Aufwärtstrend überzugehen. Im Normalfall zahlt sich dann die selektive Auswahl günstig bewerteter, perspektivisch gut aufgestellter Unternehmen gegenüber dem Gesamtmarkt aus.


In den letzten zwei Jahren konnte ich diese Outperformence so denk ich deutlich zeigen. Während der Dax seitdem 7,2% verloren hat, konnte mein Wikifolio 47,6% zulegen. Vor allem in den letzten 6 Monaten wurde die Outperformence verstetigt, denn während der Dax 21,6% verloren hat, konnte mein Wikifolio immerhin noch 2,1% zulegen und sich damit der Hektik am Gesamtmarkt zwar nicht ganz entziehen, aber doch eine gewisse Stabilität aufweisen.





Mit Actua habe ich in der letzten Woche erstmals einen us-amerikanischen Nebenwert in mein Wikifolio aufgenommen. Das wird den ein oder anderen Investor unter euch verwundern, vor allem da Actua noch Nettoverluste macht, aber es entspricht durchaus dem genannten langfristigen Investitionsansatz. Wichtig zu wissen ist, dass ich schon mal einen Fuß an der aktuellen charttechnischen Unterstützung bei 7,3 $ in der Tür haben wollte, mir aber bewusst bin, dass es nicht sofort nach oben laufen muss. Kurz gesagt sind die größten Vorteile die starke Bilanz (80 Mio Nettocash) und das starke Wachstum. Der Vorstand investiert aber noch viel in dieses Wachstum, weshalb sich neben anderen Sonderfaktoren die Unterbewertung noch nicht so in den Gewinnen und Cashflow zeigt.  Genau solche Effekte, die vom Markt oft nicht erkannt oder wegen der Langfristigkeit ignoriert werden, geben aber oft gute Einstiegschancen, auch wenn der Kurs vorläufig noch weiter nachgeben kann. Actua ist als ein klassisches antizyklisches Investment mit Zeithorizont von 3-4 Jahren gedacht. Ihr könnt unter folgendem Link die Analyse zu Actua anschauen, die User share999 bei ariva.de zusammengefasst hat. ACTUA Investmentcase


Relativ neu im Wikifolio ist auch Helma Eigenheimbau. Die Aktie ist in den letzten drei Jahren schon hervorragend gelaufen und hat nun aber auch fast 20% vom Hoch verloren. Trotz der vermeintlich hohen Kurse bin ich eingestiegen, weil Helma aufgrund des starken Immobilienmarktes in Deutschland auch weiter vor hohem Wachstum in den kommenden 2-3 Jahren stehen dürfte, was auch die Auftragseingänge und Vorstandsaussagen zeigen. Gerade in unsicheren Märkten sollten die Aktien profitieren, bei denen man mit stetig positiven News bei den kommenden Quartalsmeldungen rechnen kann. Der psychologische Vorteil dürfte da wichtiger sein als günstige Bewertungen bei anderen Aktien, bei denen aber die Wachstumsaussichten schwinden. 


Allerdings wird das Risiko aus schwächelnden Wachstumsaussichten manchmal am Aktienmarkt auch übertrieben, wie man bei  AT&S Austria gut beobachten kann. Trotz ganz starker 9 Monats-Zahlen, die auf ein EV/Ebitda von 3,5 und KGV von 7 hinauslaufen, ist die Aktie in den letzten Wochen mit dem Gesamtmarkt unter Druck gekommen. Für mich bleibt die Aktie aber trotz zyklischer Risiken ein TopPick, zumal das Unternehmen stark derzeit in Wachstum investiert, das sich erst in den nächsten Jahren im steigenden Gewinn abbilden dürfte. Ein Börsenwert von knapp 400 Mio € bei einem Ebitda zwischen 150 und 200 Mio € p.a. in den kommenden Jahren ist schon ziemlich einzigartig und preist meines Erachtens zu viel Negatives ein. Allerdings scheinen Aktien in Österreich generell etwas niedriger bewertet zu werden. Vielleicht ein Grund für Aktionäre, dem Vorstand in Sachen Wechsel in den deutschen TecDax etwas Druck zu machen. Man wird sehen ...



An dieser Stelle möchte ich für mein kleineres Wikifolio „spekulativ“ (WKN: LS9CZX) werben, denn ich bin gerade dabei es komplett umzustellen. Ich werde jetzt konsequent dort Aktien verkaufen bzw. habe es bereits in den letzten Tagen getan, die auch in meinem großen Wikifolio enthalten sind. Stattdessen konzentriere ich mich zukünftig auf 5-8 Smallcaps, die im größeren Wikifolio kaum handelbar wären. Eine Aktie wie Ecotel wird da eine der wenigen Ausnahmen bleiben, da ich sie schon im größeren wikifolio gerne höher gewichten würde, das nun aber im spekulativen wikifolio kann. Sie wird daher in beiden wikifolios enthalten bleiben. Gleichzeitig werde ich mit 50-60% des Depots vornehmlich mit Derivaten kurzfristig traden, was in der aktuellen Marktphase am einträglichsten sein könnte. Ich werde deshalb in den nächsten Wochen deutlich stärker in diesem Wikifolio handeln, und zudem werde ich auch hier im Blog zukünftig das kleinere Wikifolio ähnlich umfangreich wie das Größere besprechen. Klar ist aber auch, dieses Wikifolio wird entsprechend höhere Chancen aber auch höhere Risiken haben. Jeder Investor sollte sich dem bewusst sein.




Wie immer bleibt anzumerken … Wer Fragen oder auch Anregungen hat, kann mir das am besten hier in der Kommentarfunktion oder per E-Mail tun. Am leichtesten bin ich aber über Boardmail auf Ariva.de erreichbar.



Auf weitere erfolgreiche zwei Jahre!


katjuscha

Freitag, 15. Januar 2016

kleiner "black friday"

Eigentlich wollte ich ja heute mit den Einzelwerten beginnen. Stattdessen hielt mich der aus den Fugen geratene Markt in Atem. Leider kamen nun heute auch viele Nebenwerte unter die Räder. Die großen Wikifolios (und so auch meine) gingen heute auf breiter Front zwischen 3,5% und 5,3% ins Minus. Damit liegt mein großes Wikifolio nun 8% unter Allzeithoch und das kleine Wikifolio 6%. Da tröstet es heute erstmal wenig, dass der DAX allein seit Jahresende 12-13% verloren hat.

Besonders stark erwischte es meinen Depotwert Hypoport mit einem Minus von zeitweise bis zu 17%, was dafür spricht, dass die Anleger sich die Werte raussuchten und panisch verkauften, die noch etwas "Speck" am Kurs haben, also vor allem Highflyer des letzten Jahres. Aber auch fundamental sehr günstige Aktien mussten enorm Federn lassen, obwohl sie der niedrige Ölpreis gar nicht betrifft. Die Kurse bei Hypoport hab ich sofort zum Nachkauf genutzt, ohne zu wissen, ob ich dabei nur auf eine Gegenbewegung setze oder die zugekauften Stücke langfristig halte. Eine Gegenbewegung bis 67-68 € sollte allemal realistisch sein. Hypoport ist nach wie vor der wohl günstigste Fintec-Wert hierzulande.

Ein klassisches Beispiel ist mein Depotwert IVU Traffic, der nun doch nochmal unter 4 € zu haben ist, was ich kaum noch für möglich hielt. Denn IVU wird am Jahresende 2016 etwa 20-21 Mio € NettoCash ausweisen. Das heißt der Unternehmenswert wird an der Börse nur noch bei 48 Mio € gesehen. Das entspricht etwa dem 9fachen Überschuss.
Da IVU nur am Rande von der weltweiten Konjunktur beeinflusst wird, einen hohen Anteil wiederkehrender Umsätze und wie erwähnt eine vorzügliche Bilanz vorzuweisen hat, dürfte das Unternehmen nicht nur krisenresitent sein, sondern vielleicht sogar aufgrund Marktverdrängung oder auch durch günstige Übernahmen von einer Krise oder stärkeren Marktkorrektur profitieren. Heute hat das die Anleger leider nicht interessiert, auch nicht, dass IVU zusätzlich noch Fantasie durch die Ausschreibung von Großaufträgen aus Metropolen dieser Welt erhält, an denen man derzeit beteiligt ist. Kommt es dort zum Zuschlag für IVU, dürfte das eine Neubewertung der Aktie bedeuten. Zudem könnte IVU den hohen Cashbestand zu einem kleinen Teil für Dividendenerhöhungen oder Aktienrückkauf einsetzen.

Ganz ähnlich sieht es bei Ecotel aus, die heute nochmal unter 8 € und damit zu einem Unternehmenswert von 22-23 Mio € zu haben war, trotz eines EV/Ebitda unterhalb von 3. Im Jahr 2017 könnte es aufgrund des auflaufenden Cashbestands schon unter 2,5 fallen, beispielslos günstig für ein kerngesundes Unternehmen in Deutschland, das nun seine Investitionsphase hinter sich hat, so dass die freien Cashflows jährlich bei 4-5 Mio € liegen dürften. Zudem dürfte auch Ecotel unabhängig von Krisen im Ausland sein. Im Gegenteil, die Konsumnachfrage ist laut neuesten Wirtsdchaftsdaten in Deutschland weiter auf hohem Niveau und tendenziell steigend, wozu auch der niedrige Ölpreis beitragen dürfte. Telekomwerte sind daher ohnehin in Krisenzeiten oft ein sicherer Hafen.

Hier noch eine tabellarische Übersicht zu den Kennzahlen von Ecotel.


Die nächsten Tage werde ich mich noch zu AT&S und Tom Tailor genauer äußern. Bis dahin hoffe ich, dass ihr alle die Ruhe bewahrt und euch von der Panik nicht anstecken lasst. Die großen Indizes (Dow Jones, DAX) stehen ja auch unmittelbar vor großen Unterstützungszonen. Es macht da kurzfristig keinen Sinn, jetzt panisch Aktien (erst recht von bilanziell sauberen, konjunkturunabhängigen und günstig bewerteten Aktien) blind auf den Markt zu schmeißen. Von interessierter Seite wird ja auch derzeit aufgrund des Ölpreisverfalls ein Szenario an die Wand gemalt, was sehr einseitig negativ ist. Man muss zwar sicherlich realistisch die Risiken einschätzen, aber dabei nicht die Chancen auf der Long-Seite vernachlässigen. Zumal Crashs noch nie auf Ansage kamen. Die Psychologie spricht derzeit nicht wirklich für einen echten Crash. Und starke Konsolidierungen, insbesondere bei überbewerteten Aktienwerten, sind normal und gesund für den Markt. Dennoch bin ich natürlich dabei, die beiden Wikifolios besser abzusichern. Die Aktienquote ist mit 72% daher auch so gering wie noch nie. Einen Teil des Cash-Bestands werde ich ab und zu bei volatilen Ausverkäufen selektiv für kurze Trades nutzen.


Trotz dem kleinen Schock heute wünsch ich allen Investoren ein schönes Wochenende!

katjuscha